Demonstration startete in der Nähe des Westbahnhofs

Einige Hundert demonstrierten gegen ESC-Teilnahme von Israel

Samstag, 16. Mai 2026 | 16:59 Uhr

Von: apa

Während in der Wiener Stadthalle die letzten Vorbereitungen auf das Finale des 70. Eurovision Song Contests liefen, haben am Samstagnachmittag einige hundert Menschen bei einer Großdemonstration unter dem Motto “Keine Bühne für den Völkermord” gegen die Teilnahme von Israel beim ESC protestiert. Die Teilnehmer zogen dabei ab 14.00 Uhr vom Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof über die Schmelzbrücke hinter die Stadthalle. Das Ende war um 17.00 Uhr geplant.

Wie schon bereits beim “Song Protest” am Freitag wurde das Demo-Bild vor allem von Palästina-Fahnen geprägt. Mit Salah Abdel Shafi war auch der palästinensische Botschafter in Österreich vertreten. Dieser sprach von einer “Schande”. “Die Teilnahme Israels ist ein Versuch, Völkermord zu normalisieren”, so Shafi. Kunst sei auch niemals unpolitisch. “Wir sind vereint in der Liebe, wir sind vereint im Frieden, aber wir sind nicht vereint im Genozid”, sagte der Botschafter.

Auch die Organisation hatte für die Teilnahme von Israel kein Verständnis. “Während trotz eines angeblichen ‘Waffenstillstandes’ täglich Palästinenserinnen und Palästinenser im Gazastreifen umgebracht werden, während Hilfsgüter weiter zurückgehalten werden, wird Israel im Rahmen des Song Contests eine Propaganda-Bühne geboten”, hieß es. Zudem könnte die Stadt Wien die geschätzten rund 23 Millionen Euro, die für den Song Contest aufgebracht worden sind, besser in die Mindestsicherung oder den öffentlichen Verkehr investieren.

Auch Protest gegen “antizionistischen Boykott-Wahnsinn”

Protest gab es Samstag aber auch gegen “den grassierenden antizionistischen Boykott-Wahnsinn”. Bei einer Kundgebung und einem Infostand von 14.00 bis 21.00 Uhr am Urban-Loritz-Platz wollen das Bündnis gegen Antisemitismus und Artists Against Antisemitism Wien ein “Zeichen für Gastfreundschaft und Solidarität” setzen.

Im Rahmen der Aktion verteilten Aktivisten einen Leitfaden mit dem Titel “12 Punkte gegen Antisemitismus”. Darin forderten sie u.a. die Zivilgesellschaft auf, soziale Medien kritisch zu hinterfragen und antisemitische Vorfälle konsequent bei der Meldestelle der IKG zu melden. “Wir versprechen, weiterhin entschieden gegen jeden Antisemitismus Stellung zu beziehen, genau wie wir es bei Rassismus, Sexismus und anderen Diskriminierungen tun”, betonen die Organisatorinnen und Organisatoren. In einer Zeit der “globalen Intifada”-Rufe und Brandanschläge sei “Wegsehen keine Option mehr”.

Keine Zwischenfälle

Zu Zwischenfällen kam es bei sämtlichen bisherigen Veranstaltungen nicht. “Es ist alles ruhig verlaufen”, hieß es seitens der Polizei zur APA.

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