Von: mk
Bozen – Welche Zukunft haben EU und NATO vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Entwicklungen? Und welche Spannungen prägen die Erweiterungsprozesse in Europa? Wie ist vor diesem Hintergrund der jüngste Wahlausgang in Ungarn einzuordnen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das 21. interdisziplinäre Doktorandenkolloquium, das am 27. und 28. April 2026 am Forschungszentrum Eurac Research in Bozen stattfindet. Die Veranstaltung ist Teil der langjährigen Kooperation zwischen Eurac Research, der Andrássy Universität Budapest und der Autonomen Region Trentino-Südtirol.
Im Mittelpunkt des Kolloquiums stehen aktuelle Entwicklungen rund um die EU- und NATO-Erweiterung sowie ihre politischen, historischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Der Eröffnungsvortrag des Historikers Michael Gehler (Universität Hildesheim) spannt einen Bogen von der NATO-Osterweiterung bis zum Ukraine-Krieg, analysiert zentrale Fragen europäischer Sicherheitspolitik und mögliche Zukunftsszenarien der NATO. Weitere Beiträge widmen sich aktuellen politischen Dynamiken in Europa. Die Politikwissenschaftlerin Ellen Bos (Andrássy Universität Budapest) analysiert die ungarischen Parlamentswahlen vom April 2026 und deren mögliche Auswirkungen. Christina Griessler (Andrássy Universität Budapest / netPOL) beleuchtet die Herausforderungen der EU-Erweiterung auf dem Westbalkan. Am zweiten Veranstaltungstag spricht Jens Woelk (Universität Trient und Eurac Research) über Integration und Desintegration im Erweiterungsprozess. Paul Videsott (Freie Universität Bozen) präsentiert einen quantitativen Überblick über Minderheiten in EU-Beitrittskandidaten, während András Hettyey (Andrássy Universität Budapest) eine Bilanz der ungarischen Erweiterungspolitik seit 2010 zieht.
Eurac Research arbeitet seit vielen Jahren eng mit der deutschsprachigen Andrássy Universität Budapest zusammen. Gemeinsam organisieren die beiden Einrichtungen interdisziplinäre Doktorandenkolloquien und fördern den wissenschaftlichen Austausch zwischen Südtirol und Ungarn.
Das Kolloquium steht allen Interessierten offen. Die Vorträge finden in deutscher Sprache statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.




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