Hatami bereitet iranische Armee auf US-Angriffe vor

Explosionen im Iran: Mehrere Tote

Samstag, 31. Januar 2026 | 17:47 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters/AFP

Bei Explosionen im Süden des Iran sind am Samstag mehrere Menschen ums Leben gekommen. In der Hafenstadt Bandar Abbas starb laut Behörden eine Person, 14 weitere wurden verletzt. Die Feuerwehr sprach am Abend von einem Gasleck. In Folge habe sich Gas in dem bei dem Unglück beschädigten Gebäude angesammelt und sei explodiert. Die Detonation hatte zunächst Spekulationen ausgelöst, sie könne mit den derzeit verschärften Spannungen zwischen dem Iran und den USA zusammenhängen.

Der Chef der örtlichen Feuerwehr, Mohammed Amin Lyaghat, sprach am Samstag im Staatsfernsehen aber von einem Unglück. Das staatliche TV hatte zunächst nur von der Explosion berichtet, ohne Angaben zur Ursache zu machen. Nach Angaben der iranischen Medien wurden bei der Explosion zwei Etagen des Hauses sowie mehrere Autos und Geschäfte zerstört.

Berichte in sozialen Medien, wonach ein Kommandant der Revolutionsgarden das Ziel gewesen sei, hatte die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim bereits zuvor als “völlig falsch” zurückgewiesen. Der Zeitung “Tehran Times” zufolge forderte zudem eine Gasexplosion in der Stadt Ahwas nahe der irakischen Grenze vier Tote.

Wichtigster Containerhafen des Landes

Bandar Abbas ist der wichtigste Containerhafen des Landes. Er liegt an der Straße von Hormus, einer strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, die etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte auf See passieren. Der Hafen war im vergangenen April Schauplatz einer schweren Explosion, bei der Dutzende Menschen getötet und über 1.000 verletzt wurden. Ein Untersuchungsausschuss machte damals Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen für das Unglück verantwortlich.

Augenzeugen berichteten auch von einer Explosion und aufsteigendem Rauch nahe der Hauptstadt Teheran. Einem Behördenvertreter zufolge war jedoch lediglich Schilf an einem Fluss in Brand geraten, wie iranische Medien berichteten.

Israel wies jede Verantwortung oder Verbindung zu den Vorfällen zurück. Zwei Regierungsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters, ihr Land sei nicht in die Explosionen verwickelt.

Sorge vor einem Krieg

In Kürze beginnt ein dreitägiges Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf, an dem auch China und Russland teilnehmen sollen. Hintergrund sind militärische Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte eine Flotte samt Flugzeugträger in die Region verlegt. Der Republikaner hatte der Führung in Teheran wiederholt gedroht, in dem Land einzugreifen, nachdem der Sicherheitsapparat brutal gegen Proteste vorgegangen war.

Armeechef warnt USA vor “Fehler”

Armeechef Amir Hatami hatte zuvor erklärt, die iranischen Streitkräfte seien “in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft”. “Wenn der Feind einen Fehler macht, wird dies zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden”, warnte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna vom Samstag.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich durch neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump verschärft. Trump drohte am Freitag mit neuen US-Militärangriffen gegen das Land, falls sich Teheran einem neuen Abkommen zu seinem Atomprogramm verweigere. Er verwies zudem auf US-Kriegsschiffe, die er in Richtung Iran geschickt habe.

US-Armee sieht Eskalationsrisiko

Vor dem Beginn eines geplanten Manövers in der Straße von Hormuz warnte das US-Militär die Iranischen Revolutionsgarden vor riskantem Verhalten. Das US-Militär werde keine “unsicheren” Manöver wie zum Beispiel Flüge über US-Kriegsschiffe oder Stützpunkte in niedriger Höhe tolerieren. Das gelte auch für das Annähern iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit US-Schiffen, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (CENTCOM).

“Jegliches unsicheres und unprofessionelles Verhalten in der Nähe von US-Truppen, regionalen Partnern oder kommerziellen Schiffen erhöht das Risiko einer Kollision, Eskalation und Destabilisierung”, erklärte das US-Militär weiter. Irans Einheiten hätten das Recht, in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum zu operieren. Das amerikanische Militär halte sich an die höchsten professionellen Standards und internationales Recht, dazu seien auch die Revolutionsgarden verpflichtet, mahnte CENTCOM.

Das ab Sonntag geplante Manöver der Iraner, bei dem mit scharfer Munition geschossen werden solle, dürfe die Freiheit der Schifffahrt und die internationale Handelsschifffahrt in der wichtigen Meeresenge nicht beeinträchtigen, forderte das US-Militär. Die Straße von Hormus – eine rund 55 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman – gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport.

Trump droht dem Iran mit einem US-Militäreinsatz

Das geplante Manöver findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Lage mit Blick auf den Iran bereits sehr angespannt ist. Die US-Streitkräfte haben ihre Präsenz in der Region seit Anfang Jänner deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger “USS Abraham Lincoln” und dessen Begleitschiffen.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hatte am Freitag erklärt, sein Land sei sowohl für Verhandlungen als auch für einen Krieg bereit. Er wies zentrale Forderungen Trumps zurück. Verteidigungsstrategien und Raketensysteme würden niemals Gegenstand von Verhandlungen sein, erklärte Araqchi. Der Iran werde seine Fähigkeiten bewahren und notfalls sogar ausbauen. Er warnte die USA, dass ein militärischer Konflikt diesmal über einen bilateralen Krieg hinausgehen könnte. Im Juni vergangenen Jahres hatte das US-Militär im Iran – flankierend zu israelischen Angriffen – Atomanlagen bombardiert.

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