Gespräche in Rom

Facharztausbildung nun auch arbeitsrechtlich gesichert

Freitag, 07. September 2018 | 10:20 Uhr

Bozen/Rom – Zu Beginn dieser Woche wurde anlässlich des Besuchs der Delegation der Österreichischen Ärztekammer in Südtirol die Wiederaufnahme der Facharztausbildung nach österreichischem Modell ausbildungsinhaltlich vereinbart. Diese kann demnach wieder an den Abteilungen der Krankenhäuser des Südtiroler Sanitätsbetriebes absolviert werden.

Ein zentrales Anliegen der neuen Regelung bildet die arbeitsrechtliche Absicherung der Auszubildenden in einem regulären Arbeitsverhältnis, wie es insbesondere in den deutschsprachigen Nachbarregionen der Fall ist. Dieser Passus wurde in Südtirol (im Gegensatz zu den auf Staatsgebiet vorgesehenen Studienstipendien) per Landesgesetz vorgesehen.

In einer Aussprache mit Vertretern des Gesundheitsressorts des Landes, welches aufngrund von Einwänden nötig war, zeigte sich das Gesundheitsministerium gestern in Rom interessiert an diesem Besoldungsmodell. Es wurde vereinbart, die arbeitsrechtliche Absicherung der Facharztausbildung für fünf Jahre in Anwendung zu bringen. Anschließend soll eine gemeinsame Bewertung der Auswirkungen des Besoldungsmodells zum Zweck der endgültigen rechtlichen Verankerung vorgenommen werden. Die in diesem Zeitraum mit Arbeitsvertrag eingestellten Auszubildenden erhalten die Rechtssicherheit, dass der Arbeitsvertrag bis zum Ausbildungsabschluss aufrecht bleibt. Auf Grundlage dieser Vereinbarung hat der Ministerrat in Rom in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, das Landesgesetz nicht anzufechten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Facharztausbildung nun auch arbeitsrechtlich gesichert"


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thomas
thomas
Universalgelehrter
12 Tage 7 h

oh mein Gott….man schicke junge Ärzte doch hinaus in die Welt! In Südtirol auf die Welt kommen hier studieren hier Karriere machen und hier sterben: das wird immer weniger funktionieren!

jolifanto wambla
12 Tage 6 h
Die Ärzte in die Welt hinausschicken ist prinzipiell gut.  Allerdings finden die Jungärzte im Ausland bessere Arbeitsbedingungen vor und bleiben dann dort. Entgegen der Meinung vieler hier, braucht heutzutage kein Jungarzt mehr ein Stipendium des Landes, um seine Facharztausbildung zu absolvieren. Jungärzte werden europaweit von Unis und Krankenhäuser angeworben. Sie erhalten gutes Geld, Wohnmöglichkeiten, bilden sich aus und bleiben dann dort wo man sie Willkommen geheißen hat.  Eine Facharztausbildung oder Teile davon in Südtirol machen zu können, ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den immer krasser werdenden Ärztemangel und schlussendlich auch für die Möglichkeit wieder mehr zweisprachige Ärzte/Innen anzustellen. … Weiterlesen »
wellen
wellen
Superredner
12 Tage 5 h

Ja da hat man halt die Wahl zwischen Regen und Traufe: entweder schmalspurausgebildete Ärzte ohne Horizont im weiteren Ausland oder gar keine ,weil sie nicht zurück kommen.

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