Geburtenrückgang in den vergangenen vier Jahren

“Familienpolitisches Wunderland Südtirol”: Allianz für Familie widerspricht

Donnerstag, 04. April 2024 | 12:22 Uhr

Bozen – Bezugnehmend auf den kürzlich veröffentlichten Artikel der New York Times, weist die Allianz für Familie darauf hin, dass die Realität für viele Familien mit Kindern wesentlich komplizierter sei, als es die im Artikel beschriebene Idylle vermuten lässt. Fakt sei, dass es eigentlich Oma und Opa sind, die die scheinbaren Erfolge der Familienpolitik ausmachen. “Sie sind in vielen Familien tragende Säulen – 64 Prozent unterstützen laut Astat-Familienstudie ihre Kinder in Erziehung und Betreuung.”

“Eine einzige Geschichte über eine Familie in Südtirol, wie sie im Artikel der New York Times erzählt wird, reicht nicht aus, um Aussagen darüber treffen zu können, ob familienpolitische Maßnahmen wirksam sind. Dafür ist ein umfassender und differenzierter Blick auf demographische Daten und die gesamte Gesellschaft notwendig”, betont Christa Ladurner, Soziologin im Forum Prävention.

Dass die New York Times in ihrem Artikel ein einseitiges Bild zeichnet, lasse sich an vielen Punkten festmachen: “Schlichtweg falsch ist beispielsweise, dass die Geburten in der Provinz seit Jahrzehnten stabil gehalten werden würden. Laut den von ASTAT veröffentlichten demographischen Daten, welche Februar 2024 erschienen sind, werden 2022 in Südtirol 4912 Lebendgeborene verzeichnet – das entspricht der niedrigsten Geburtenrate seit 1970. Im italienweiten Vergleich liegt Südtirol laut ISTAT mit durchschnittlich 1,56 Geburten pro Frau 2023 zwar vorne, verzeichnet aber ebenso einen Rückgang zum Vorjahr: 2022 lag der Wert noch bei 1,64 Geburten pro Frau. In absoluten Zahlen ist der Rückgang noch sichtbarer: Kamen 2019 5.249 Kinder zur Welt, so waren es im Jahr 2023 nur mehr 4671 – ein Minus von rund zwölf Prozent.”

“Gleichzeitig altert auch in Südtirol – wie im Rest des Landes – die Bevölkerung. Das demographische Ungleichgewicht zwischen junger und alter Bevölkerung vergrößert sich drastisch. Insbesondere Stadtgemeinden weisen eine relativ alte Bevölkerung auf: In Bozen liegt das Durchschnittsalter bei 45,6, in Meran bei 45,1. Feldthurns ist mit einem Durchschnittsalter von 39,3 Jahren die jüngste Gemeinde”, so die Allianz für Familie.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "“Familienpolitisches Wunderland Südtirol”: Allianz für Familie widerspricht"


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Gredner
Gredner
Kinig
10 Tage 18 h

Ähnllich frei erfunden sind heutzutage viele andere Artikel in den Zeitungen. Seriöser Investigatv-Journalismus hat seltenheitswert.

Homelander
Homelander
Universalgelehrter
10 Tage 16 h

Denkt mal gut nach, wie es früher und wie es heute ist.. 1 und 1 kann fast jeder zusammen zählen… fast…

N. G.
N. G.
Kinig
10 Tage 17 h

Ich versteh nicht warum jetzt plötzlich Oma und Opa dafür verantwortlich wären.!? Es wird dauernd kolportiert es gäbe keinen Zusammenhalt!
Wenn man zugrunde legt, dass früher alles besser war , dann stellt sich die Frage warum!? Weils Ona und Opa, Generationen noch gab?
Nachdenken!

thomas
thomas
Kinig
10 Tage 17 h

Das ist eine sachliche lupenreine Analyse, bravo!

nikname
nikname
Universalgelehrter
10 Tage 14 h

guter Bericht und Richtigstellung!

eman
eman
Neuling
10 Tage 11 h
Die Realität schaut in vielen Südtiroler Familien anders aus als von dem Artikel der NY Times dargestellt. Wir sind eine vierköpfige Familie, welche seit der Geburt unserer Kinder auf uns alleine gestellt sind und auf keine Hilfe der Großeltern zählen konnten. Wir müssen beide in Teilzeit arbeiten um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. Vonseiten der öffentlichen Hand ist die finanzielle Hilfe im Vergleich zu unseren nördlichen Nachbarn gering. Die Sommerbetreuung von insgesamt 11 Wochen wird vollkommen privaten Einrichtungen überlassen, welche der Nachfrage nicht nachkommen können. Vonseiten unserer Landesregierung wird die Familienförderung geprießen, aber die Realität sieht anders… Weiterlesen »
Opa1950
Opa1950
Superredner
8 Tage 23 h

Aber Laut der Landesregierung sind wir doch immer die Besten.Wo liegt hier der Fehler. Natürlich bei der Landesregierung.

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