Flagge der Vereinten Nationen weht auf dem UN-Quartier in Genf

Feiern zu 75 Jahren Menschenrechtserklärung in Genf

Montag, 11. Dezember 2023 | 14:27 Uhr

Mit einem Aufruf zu mehr Solidarität hat der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, an die Annahme der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 75 Jahren erinnert. Er eröffnete am Montag in Genf ein zweitägiges Forum, bei dem Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft anlässlich des Jahrestags über Errungenschaften und Herausforderungen diskutieren. Unter anderem nimmt Bundespräsident Alexander Van der Bellen daran teil.

Türk begann mit einer Gedenkminute für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in aller Welt. Die am 10. Dezember 1948 von den damaligen Mitgliedern der gerade gegründeten Vereinten Nationen angenommene Erklärung gilt als Meilenstein der gesellschaftlichen Entwicklung. Sie schreibt in 30 Artikeln unter anderem die Freiheit und Gleichheit aller Menschen sowie Meinungs- und Versammlungsfreiheit und Schutz vor Staatswillkür fest.

“Die Verfasser der Allgemeinen Erklärung überwanden geopolitische Auseinandersetzungen und wirtschaftliche Differenzen”, sagte der Österreicher Türk. “Sie ließen viele schreckliche Streitigkeiten beiseite, um diesen erleuchtenden Text zu verfassen, der den Weg zu Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit erhellt”. Die Menschenrechtserklärung sei ein Aufruf, Polarisierung zu überwinden und mit Mut und Prinzipien die Bewältigung der großen Herausforderungen, vor denen die Welt steht, anzugehen, sagte Türk.

Auf dem Programm am europäischen Sitz der Vereinten Nationen in Genf stehen Debatten rund um das Thema Menschenrechte. Auf Einladung Türks wird Van der Bellen am Dienstag eine Keynote-Rede zum Thema “Die Zukunft von Menschenrechten, Klima und Umwelt” halten. Außerdem stehen ein Vier-Augen-Gespräch mit Türk und ein Treffen mit dem Hochkommissar für Flüchtlinge der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, auf dem Programm des Bundespräsidenten. Darüber hinaus ist Van der Bellen gemeinsam mit Türk und dem bis Jahresende amtierenden Schweizer Bundespräsidenten, Alain Berset, bei einer Paneldiskussion dabei. Es werden weitere Beiträge von Staats- und Regierungschefs sowie Ministerinnen und Ministern, teils via Video, erwartet.

Von: APA/dpa