Von: luk
Bozen – Die steigende Belastung des Abwassers mit Fetten sorgt in Südtirol für Kritik. Der Verbraucherschutzverein Robin wirft dem Land Südtirol mangelnde Transparenz und unzureichende Kontrollen vor und sieht die Kosten letztlich bei der Bevölkerung.
Auslöser ist eine Anfrage des Vereins an die Landesämter für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft. Deren Antwort zeigt laut Robin deutliche Lücken: “So liegen weder konkrete Daten über die zusätzliche finanzielle Belastung der Haushalte vor, noch gibt es eine Aufschlüsselung, wie sich die Kosten zwischen Privathaushalten und Betrieben – etwa aus Gastronomie und Tourismus – verteilen.”
Besonders problematisch sei, dass die Abwassergebühren ausschließlich nach der Menge berechnet werden, nicht aber nach der tatsächlichen Verschmutzung. “Damit zahlen alle gleich – unabhängig davon, wie stark sie das Abwasser belasten”, kritisiert Geschäftsführer Walther Andreaus.
Verursacherprinzip kaum umgesetzt
Nach Ansicht des Vereins wird das Verursacherprinzip damit faktisch ausgehebelt. Stark belastetes Abwasser, etwa aus Gastronomiebetrieben, werde tariflich gleich behandelt wie jenes aus privaten Haushalten.
Zudem bleibe unklar, wie konsequent die vorgeschriebene Entsorgung von Altspeisefetten kontrolliert wird. “Die Zuständigkeit liegt bei den Gemeinden, gleichzeitig räumen die Behörden ein, dass Kontrollen schwierig umzusetzen seien.”
Für Robin ein strukturelles Problem: “Ohne verlässliche Daten und systematische Überprüfungen sei eine faire Kostenverteilung nicht möglich.”
Deutlicher Rückgang bei Fettsammlung
Auffällig sei auch ein starker Rückgang bei der getrennten Sammlung von Altspeisefetten: “Während 2020 noch über 1.000 Tonnen erfasst wurden, waren es 2024 nur noch rund 370 Tonnen. Wohin die fehlenden Mengen verschwinden, bleibt offen.”
Der Verein befürchtet, dass ein Teil davon im Abwasser landet, mit entsprechenden Folgen für Kläranlagen und Gebühren.
Keine Maßnahmen geplant
Trotz der bekannten Problematik seien derzeit keine landesweiten Maßnahmen vorgesehen. Die Verantwortung liege bei den Gemeinden, heißt es vonseiten der Behörden.
Für Robin ist das zu wenig. Der Verein fordert mehr Transparenz über die tatsächlichen Kosten, eine verursachergerechte Gebührenstruktur sowie strengere und koordinierte Kontrollen.
Ziel müsse es sein, dass jene, die das Abwasser stärker belasten, auch entsprechend zur Kasse gebeten werden.




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