„Öffis – welche Sprache darf’s denn sein?“   

FH: “Wenn der Busfahrer nur Polnisch spricht”

Dienstag, 22. November 2022 | 17:48 Uhr

Bozen – Die berechtigte Kritik am öffentlichen Nahverkehr reißt nicht ab. Entweder sprechen die Busfahrer nicht die Landessprachen oder die Fahrgäste erhalten schlichtweg keine Informationen. Das schreibt die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair und fordert vom zuständigen Landesrat Alfreider sich ein Bild über diese Missstände zu machen. Die Dienstleister im öffentlichen Nahverkehr seien verpflichtet Personal einzusetzen, das den Landessprachen mächtig ist.

„Wenn der Busfahrer in Südtirol nur Polnisch oder gebrochenes Englisch spricht, dann stimmen Anspruch und Wirklichkeit nicht mehr überein. Wie einige Bürger berichten, sei es aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse nicht mehr möglich an Informationen zu kommen. Obwohl die Ausschreibungen und Verträge vorsehen, dass die Bediensteten die Landessprachen zu sprechen haben, wird dies in manchen Fällen nicht eingehalten. Auch von Sanktionen ist die Rede, aber Theorie und Praxis klaffen wie so oft weit auseinander“, hält die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair in einer Aussendung einleitend fest.

„Fahrgäste haben das Recht Auskünfte in ihrer Muttersprache zu erhalten und es ist notwendig, dass Busfahrer eines öffentlichen Verkehrsdienstes, welche im ständigen Kontakt mit den Fahrgästen stehen, mindestens die Grundkenntnisse der deutschen und italienischen Sprache beherrschen sollen. Es kann nicht angehen, dass sich die Fahrgäste im eigenen Land auf Englisch oder einer anderen Sprache verständigen müssen“, so Mair. „Angeblich sind die Konzessionäre dafür zuständig, nicht zweisprachiges Personal zu schulen. Aber weshalb werden keine Kontrollen durchgeführt? Wenn der Landesrat all diese Dinge weiß, wird er tätig werden und die Konzessionäre in die Verantwortung und Pflicht nehmen müssen“, unterstreicht Ulli Mair.

„Selbst das elementarste Recht auf Beförderung kann in manchen Fällen nicht mehr garantiert werden“, kritisiert die freiheitliche Landtagsabgeordnete. „Immer wieder fallen Busse aus oder kommen zu spät, Haltestellen werden ignoriert oder neu interpretiert und die Pendler und Schüler bleiben die Leidtragenden. Diese Missstände gehören behoben. Glücklicherweise haben wir viele Menschen im Land, die gerne die Öffis benutzen. Aber sie müssen funktionieren! Der öffentliche Nahverkehr kostet viel Steuergeld und Landesrat Alfreider hat die Pflicht einen reibungslosen Dienst durchzusetzen. Die Landesregierung soll endlich einen Plan auf den Tisch legen, wie sie die vielen Probleme in den Griff bekommen will. Ansonsten darf sich niemand mehr wundern, wenn der Individualverkehr zunimmt, da die Bürger gezwungen werden auf das Auto umzusteigen, wenn sie pünktlich irgendwo erscheinen wollen“, hält Ulli Mair abschließend fest.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "FH: “Wenn der Busfahrer nur Polnisch spricht”"


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Clown
Clown
Tratscher
3 Tage 13 h

Die Sprache müsste eigentlich egal sein wenn er den Bus ohne Probleme lenken kann und weiß wohin er fahren muss

anonymous
anonymous
Kinig
3 Tage 9 h

Die Sprache ist eben nicht egal,oder sprichst du polnisch

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
3 Tage 8 h

…ach die Freiheitlichen, Medienpräsenz um jeden Preis ist die Devise! Wieviel moldawische, polnische oder rumänische LKWFahrer fahren täglich über die A22?…. ist da die NichtKenntnis der Sprache dann auch ein Problem? .. in einer Zeit des allgemeinen Fachkräftemangels ist das “Problem” einfach gegeben. Der Fahrer sollte aber Busfahren, nicht mit Passagieren reden, oder?

anonymous
anonymous
Kinig
3 Tage 6 h

Wenn der Bus steht darf jeder mit den Fahrer sprechen

ifassesnet
ifassesnet
Tratscher
3 Tage 9 h

Man darf ja sowiso nicht mit dem Busfahrer sprechen…

Paladin
Paladin
Superredner
3 Tage 14 h
Der ÖPV in Südtirol ist von der Infrastruktur her, teilweise noch KuK-Zeiten zuzuordnen(!) Da hätten die Herrn Landesväter schon vor 30, spätestens 20 Jahren eingreifen müssen. Die jetzigen Projekte, kommen nicht nur zu spät, sondern werden auch, bis zur Umsetzung noch gute 10 Jahre dauern, bis dahin ist der Verkehrskollaps vollends da. Wenn man mit dem Zug 50 Minuten von ME nach BZ braucht und mit dem Auto nur 25, dann darf man sich nicht wundern, dass die Menschen auf die Öffis verzichten. Welcher Einheimische möchte denn den Job als Busfahrer noch machen? Abgesehen vom Stress und doppelten Schichten, ist… Weiterlesen »
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