Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Die Freiheitlichen werfen den Grünen vor, in der Debatte um die Neuzuschneidung der Südtiroler Senatswahlkreise die “Einheit des Unterlandes” zugunsten eines interethnischen Wahlkreis-Modells aufs Spiel zu setzen.
Landesparteiobmann Roland Stauder kritisiert insbesondere die Reaktionen der Grünen auf den Vorschlag eines “Wahlkreises an der Etsch”, der das gesamte Unterland gemeinsam mit dem Burggrafenamt und dem Vinschgau umfassen würde. Parallel steht ein eigener Wahlkreis Bozen-Leifers mit möglicher Einbeziehung von Branzoll oder Pfatten im Raum.

Die Grünen hätten den Alternativvorschlag teilweise scharf zurückgewiesen. Landtagsabgeordneter Zeno Oberkofler bezeichnete ihn als „da male in peggio“ – sinngemäß „vom Schlechten zum Schlechteren“. Für Stauder sei dies bezeichnend: Während das Modell von Alessandro Urzì das Unterland aufteile, würde der „Wahlkreis an der Etsch“ die Gemeinden geschlossen zusammenhalten.

Auch die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa sieht in einem mehrheitlich deutschsprachigen Wahlkreis eine stärkere ethnische Trennung. Die Freiheitlichen weisen diese Argumentation zurück. Gemeinden und Bezirke dürften nicht beliebig nach politischen Vorstellungen neu geordnet werden, so Stauder.
Für die Freiheitlichen hat der Erhalt des Unterlandes als Einheit oberste Priorität. Sollte der bisherige Wahlkreis Bozen-Unterland nicht erhalten werden können, sei der „Wahlkreis an der Etsch“ die bevorzugte Alternative.

Die Kritik richtet sich auch gegen den Politikwissenschaftler Günther Pallaver, der sich ablehnend zum Vorschlag geäußert habe. Die Freiheitlichen sehen darin einen grundsätzlichen politischen Gegensatz: Sie wollen die gewachsenen territorialen Strukturen erhalten, während die Gegenseite die Wahlkreisgrenzen stärker nach ethnischer Zusammensetzung ausrichten wolle.




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