Von: APA/dpa/Reuters
Begleitet von hohen Erwartungen haben in Pakistan Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Iran-Konflikts begonnen. Das teilten pakistanische Regierungsvertreter mit, auch der iranische Staatssender Irib meldete den Beginn. Die US-Delegation leitet Vizepräsident JD Vance, auf iranischer Seite führt Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf die Delegation an. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und der Armeechef Asim Munir, übernehmen die Vermittlung.
Der genaue Ablauf der Gespräche ist bisher nicht bekannt. Möglich sind direkte Gespräche beider Seiten unter pakistanischer Beteiligung. Bei indirekten Gesprächen würden beide Delegationen in unterschiedlichen Räumen sitzen und Vermittler Nachrichten überbringen.
Der US-Delegation gehören neben Vance auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, an. Die iranische Delegation wird von Parlamentspräsident Qalibaf geleitet, ihr gehört auch Außenminister Abbas Araqchi an. Die iranische Delegation umfasst mehr als 70 Mitglieder. Iranischen Quellen zufolge sollen die Verhandlungen nur einen Tag dauern.
Iranischer Außenminister: Völliges Misstrauen
Laut dem iranischen Staatssender IRIB erklärte Außenminister Abbas Araqchi, man gehe mit “völligem Misstrauen” in die Gespräche und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern. Der Iran steht nach Angaben des Außenministeriums in Kontakt mit dem Libanon, um die Einhaltung der Waffenruhe an allen Fronten sicherzustellen. Dies erklärt der Sprecher des Ministeriums im staatlichen Fernsehen aus Islamabad. Libanesische Vertreter aus dem Umfeld der Hisbollah-Miliz sagen der Nachrichtenagentur Reuters, die Gruppe unterstütze den Dialog in Pakistan.
Qalibaf hatte im Vorfeld eine Waffenruhe auch im Libanon und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte gefordert. Laut iranischem Staats-TV zog der Iran rote Linien für die Verhandlungen mit den USA. Demnach müssen die Nutzung der Straße von Hormuz, Reparationszahlungen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und eine für die ganze Region geltende Feuerpause vereinbart werden, berichtet ein Reporter. Diese Forderungen seien der pakistanischen Regierung übergeben worden.
USA dementieren Freigabe eingefrorener Iran-Gelder
Iranische Berichte, wonach die USA der Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar zugestimmt hätten, wurden von amerikanischer Seite indes dementiert. Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Insider erklärt, die erteilte Freigabe der Mittel sei an die Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormuz geknüpft. Die Meerenge ist von großer Bedeutung für den Transport von Öl und Gas der Golfstaaten an Abnehmer weltweit.
Ein zweiter iranischer Insider bezifferte die Summe der in Katar gehaltenen Gelder der Islamischen Republik auf sechs Milliarden Dollar. Die Mittel stammen aus iranischen Ölverkäufen an Südkorea. Der Iran hat neben der Freigabe der eingefrorenen Mittel eine weitere Voraussetzung für die Aufnahme der Gespräche in Islamabad gestellt. Demnach muss der Libanon in die derzeitige Feuerpause mit einbezogen werden. Auch am Samstag hielten dort Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz an.
Die USA und Israel hatten Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien am Dienstag auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung ausgehandelt werden.




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