Von: luk
Bozen – Der Bozner Gemeinderat Rudi Benedikter (Grüne) fordert kostenlose Stadtbusse: Mit einem Beschlussantrag regt er an, den öffentlichen Nahverkehr im Raum Bozen–Leifers nach dem Vorbild der deutschen Partnerstadt Erlangen gratis anzubieten.
Hintergrund ist die jüngste Preiserhöhung bei der SASA AG: Seit Juni kostet ein Ticket zwei Euro. Für Benedikter ist das „kontraproduktiv“ – gerade in Zeiten, in denen der motorisierte Individualverkehr als zentraler Treiber von Luftverschmutzung und Klimabelastung gilt. Statt Preiserhöhungen brauche es mehr Anreize für Bus und Fahrrad.
Verweis auf andere Städte
Der Gemeinderat verweist auf günstigere Tarife in anderen Städten wie Verona oder Trient – und auf internationale Beispiele mit kostenlosem Nahverkehr. Neben Erlangen nennt er auch Augsburg sowie mehrere italienische Städte, die entsprechende Modelle testen.
Finanzierung über Ausgleichszahlungen
Die fehlenden Ticketeinnahmen könnten laut Antrag querfinanziert werden. Als mögliche Quellen nennt Benedikter unter anderem Umwelt-Ausgleichszahlungen der Kraftwerke in Kardaun und St. Anton, die regelmäßig an die Standortgemeinden fließen.
Zudem verfüge die Stadt Bozen über solide Finanzen, argumentiert der Antrag: Ein Haushaltsüberschuss von zuletzt 43 Millionen Euro biete Spielraum, um Einnahmeausfälle beim Verkehrsbetrieb abzufedern.
Forderung an Stadt und Land
Konkret fordert Benedikter Bürgermeister und Stadtrat auf, Verhandlungen mit der SASA und dem zuständigen Landesrat aufzunehmen. Ziel sei es, die Busse im Stadtgebiet Bozen–Leifers für Fahrgäste kostenlos zu machen und gleichzeitig eine Beteiligung der Gemeinde an den entstehenden Kosten anzubieten.
Ob der Vorschlag politisch mehrheitsfähig ist, bleibt offen. Klar ist: Die Debatte um günstige oder gar kostenlose Öffis in Bozen dürfte damit neuen Schwung bekommen.




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