In der Coronakrise

Gebhard: „Equal Pay Day bedeutender denn je“

Donnerstag, 22. April 2021 | 21:11 Uhr

Bozen – Zum zehnjährigen Jubiläum des Südtiroler Equal Pay Day am 23. April zieht die SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard eine nüchterne Bilanz. „Der Preis der Coronakrise ist hoch“, so Gebhard, „und es sind vielfach die Frauen, die ihn bezahlen.“

440.000 Arbeitsplätze sind laut einer Studie der Banca d’Italia im vergangenen Jahr 2020 verlorengegangen, 70 Prozent davon betreffen Frauen. „Die Coronakrise führt uns im Grunde nur vor Augen, woran es bereits seit Jahren und Jahrzehnten hapert“, kommentiert die SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard zum diesjährigen zehnten Südtiroler Equal Pay Day, „nämlich, dass unabhängig von der Krise die Frauen die Last der fehlenden Chancengleichheit tragen: sei es in der Wirtschaft, in der Kultur und in der Bildung.“

Lohnunterschiede aufgrund des Geschlechts „stinken zum Himmel“

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen von 17 Prozent wirkt sich dabei nicht nur auf das aktuelle Einkommen der Frauen und somit auf ihre finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch auf die Rente aus. „Im Grunde hängt alles zusammen: fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten bedeuten die Unmöglichkeit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so Gebhard. „Keine Arbeit bedeutet finanzielle Abhängigkeit, wirkt sich aber auch auf die Rente aus“, listet die SVP-Frauenreferentin nur einige der Knackpunkte auf. „Letzteres gilt übrigens auch für Lohnunterschiede, sei es aufgrund des Berufes, eines Teilzeitjobs oder ungerechtfertigter Ungleichheiten, „denn wenn eine Frau aufgrund ihres Geschlechtes für gleiche Arbeit weniger verdient als ihre männlichen Kollegen, dann stinkt das einfach zum Himmel.“

Mit Recovery Fund die Ungleichheiten beseitigen

„Die finanziellen Mittel aus dem Recovery Fund sind daher die einmalige Chance, mit klaren Zielen und konkreten Strategien diese Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen zu beseitigen“, so Gebhard, die in ihrer Funktion als SVP-Kammerabgeordnete unlängst einen parteienübergreifenden Beschlussantrag mitunterzeichnet hat. „Ungleiche Chancen in der Arbeitswelt, ungerechtfertigte Lohnunterschiede und Diskriminierung am Arbeitsplatz müssen ein Ende haben“, fordern die Parlamentarierinnen. Der Antrag sieht das gesellschaftliche Problem der Chancengleichheit jedoch ganzheitlich und fordert daher auch die finanziellen Mittel für eine greifbare und wahrnehmbare eine Stärkung der Kinderbetreuung sowie konkrete Schritte gegen Gewalt an Frauen. „Mit dem Recovery Fund sollten die Gelder dafür zur Verfügung stehen. Ergreifen wir diese Chance. Dann wird der Qual Pay Day hoffentlich bald nicht mehr notwendig sein.“

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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