"Potential der Gemeinschaftshäuser zeigt sich bereits"

Gemeinschaftshäuser im Test: Erste Entlastung, aber weiter hoher Druck

Dienstag, 07. Juli 2026 | 17:50 Uhr

Von: luk

Bozen – Die neuen Gemeinschaftshäuser stärken seit ihrer Eröffnung die wohnortnahe Gesundheitsversorgung in Südtirol und leisten bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Krankenhäuser: “Wie jede grundlegende Neuerung braucht auch dieses Versorgungsmodell Zeit, um sich schrittweise weiterzuentwickeln und in der Bevölkerung zu etablieren”, betont Michael Mayr, der Direktor des Ressorts für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit.

Leitfaden zur Gesundheitsversorgung schafft Orientierung

Für Bürgerinnen und Bürger bestehe bereits heute eine klare Orientierung, welche Anlaufstelle je nach gesundheitlichem Anliegen die Richtige sei. Mit dem landesweiten Leitfaden zur Gesundheitsversorgung werde verständlich aufgezeigt, wann die Notrufnummer 112, wann die Notaufnahme und wann das Gemeinschaftshaus oder der Hausarzt die richtige Anlaufstelle sind, betont das Ressort für Gesundheitsversorgung und Gesundheit. Mit der geplanten Einführung der Gesundheitshotline 116117 (ab Herbst im Gesundheitsbezirk Bozen) werde dieses Informations- und Orientierungssystem weiter gestärkt. Die neue einheitliche Rufnummer soll einen zusätzlichen niederschwelligen Zugang zur Gesundheitsversorgung schaffen und die Bevölkerung dabei unterstützen, für jedes Anliegen die geeignete Anlaufstelle zu erreichen.

„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, den Bürgerinnen und Bürgern Sicherheit und Orientierung zu geben und sie beim Wandel des Versorgungssystems zu begleiten, sodass jede Patientin und jeder Patient die richtige Versorgung am richtigen Ort erhält. Dafür braucht es die Unterstützung aller Akteure im Gesundheitswesen und eine klare, gemeinsame Kommunikation“, betont Mayr.

Hitze und Tourismus belasten die Notaufnahme derzeit stark

Was die steigenden Zugänge zu den Notaufnahmen anbelangt, so habe sich dieser Trend aus den vergangenen Jahren auch im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt. „Die Daten der letzten beiden Monate Mai und Juni, als dann die ersten Gemeinschaftshäuser in Betrieb genommen wurden, zeigen uns beispielsweise in der Notaufnahme Bozen immerhin einen ganz leichten Rückgang der Zugänge, jedoch bleibt die Auslastung des Dienstes und das Patientenaufkommen mit 308 Patientinnen und Patienten durchschnittlich am Tag – einer bzw. eine alle 5 Minuten – unvermindert hoch”, erklärt Mayr. Gerade das zeige, welche wichtige Rolle den Gemeinschaftshäusern zukomme und dass sie als ergänzende Strukturen dringend zur Entlastung der Notaufnahmen benötigt werden. “In den ersten beiden Monaten ihres Dienstes haben auch die Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten in den Gemeinschaftshäusern regen Zulauf verzeichnet”, weiß der Ressordirektor.

Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten kommen an

„Es war von Anfang an klar, dass sich die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Beschwerden nicht von einem Tag auf den nächsten vollständig von den Notaufnahmen in die Gemeinschaftshäuser verlagern würde. Ein so tiefgreifender Strukturwandel braucht Zeit.“ Dass die Notaufnahmen weiterhin stark ausgelastet sind, unterstreiche vielmehr die Notwendigkeit der Gemeinschaftshäuser. Ziel sei es, dass sich die Notaufnahmen stärker auf die Behandlung akuter und lebensbedrohlicher Notfälle konzentrieren können. „Ohne das zusätzliche Versorgungsangebot in den Gemeinschaftshäusern wäre die Belastung der Notaufnahmen derzeit wohl noch höher – speziell in den Sommermonaten, wo es aus verschiedenen Gründen wie anhaltenden Hitzewellen oder dem gesteigerten Touristenaufkommen sowieso zu einem Anstieg der Anforderungen kommt“, betont Mayr abschließend.

Potential der Gemeinschaftshäuser zeigt sich bereits

Besonders das Gemeinschaftshaus Loew-Cadonna in Bozen zeige bereits das Potenzial des neuen Versorgungsmodells. Mit seinem breiten Angebot an fachärztlichen Ambulanzen sowie diagnostischen und therapeutischen Leistungen biete es den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Einzugsgebiet eine umfassende wohnortnahe Versorgung.

Alle Informationen zu den Gemeinschaftshäusern, den angebotenen Leistungen sowie die jeweiligen Standorte und Öffnungszeiten sind auf der Info-Webseite der Abteilung Gesundheit unter Die neuen Einrichtungen der wohnortnahen Gesundheitsversorgung in Südtirol | Autonome Provinz Bozen – Südtirol abrufbar. Dort finden Bürgerinnen und Bürger auch den Orientierungsleitfaden, der auf einen Blick zeigt, welche Anlaufstelle je nach gesundheitlichem Anliegen die Richtige ist.

Bezirk: Bozen

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