Von: APA/AFP
Die Feiern zum 250-jährigen Bestehen der USA in Washington sind nach einem Gewitter fortgesetzt worden. Besucher wurden am späten Samstagabend (Ortszeit) über Lautsprecher aufgerufen, sich wieder vor einer Freiluftbühne auf der National Mall zu versammeln, wo US-Präsident Donald Trump eine Rede halten wollte. Die Ansprache und das Feuerwerk verspäteten sich um mehr als eine Stunde. Trump erklärte, er werde seine Rede unter allen Umständen halten.
“Gewitter bringen Glück”, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. “Sie machen Veranstaltungen auch ein bisschen aufregender.” Nach Angaben des Weißen Hauses wurde die Rede gegen 23.00 Uhr (Sonntag 05.00 Uhr MESZ) erwartet.
Wegen des Gewitters mit starken Windböen und Regenfällen war die National Mall zwischenzeitlich evakuiert worden. Dort hatten sich trotz Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius Zehntausende Menschen versammelt, um einer Flugschau mit Kampfjets und später der Trump-Rede beizuwohnen. Trump hatte “die spektakulärste aller Trump-Kundgebungen” angekündigt. Daran sollte sich das nach seinen Worten “größte Feuerwerk der Welt” mit einer Rekordzahl von 850.000 Böllern anschließen.
Tiefe Spaltung der US-Gesellschaft
Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, die 250-Jahr-Feiern für ein parteipolitisches Spektakel vor den Zwischenwahlen zum Kongress im November zu nutzen. Trump hatte am Vorabend in einer Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore vor einer angeblichen “kommunistischen Bedrohung” in den USA gewarnt. Er spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Demokraten-Politiker an.
Die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft im Jubiläumsjahr machte auch ein Aufmarsch vermummter weißer Männer in der Nähe des Kapitol sichtbar. Sie trugen Baseballkappen mit Abzeichen der extremistischen Gruppe “Patriot Front”, die von der Überlegenheit Weißer überzeugt ist, und riefen “Reclaim America!” (Erobert Amerika zurück). Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen – die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen