Von: luk
Bozen – Mit einer groß angelegten Wohnbau-Offensive will der Bozner Gemeinderat Rudi Benedikter (Grüne) der anhaltenden Wohnungsnot in der Landeshauptstadt begegnen. In einem Beschlussantrag fordert er Investitionen von insgesamt 500 Millionen Euro für den Ausbau des öffentlichen und leistbaren Wohnens.
Wie Benedikter mitteilt, wurde sein Antrag Ende Mai in der Urbanistikkommission des Gemeinderates behandelt. Vizebürgermeister und Urbanistik-Stadtrat Stephan Konder habe dabei angekündigt, die vorgeschlagenen Maßnahmen gemeinsam mit Bürgermeister Claudio Corrarati zu prüfen und dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge vorzulegen.
Im Mittelpunkt des Vorstoßes steht die Forderung nach einem umfangreichen Wohnbauprogramm. Benedikter verweist auf die angespannte Lage am Bozner Wohnungsmarkt und fordert ein stärkeres Engagement von Gemeinde und Land. Ziel sei es, bestehende Flächen und Gebäude rasch für Wohnzwecke nutzbar zu machen.
Konkret schlägt der Gemeinderat zunächst eine systematische Erhebung leerstehender Gebäude und Brachflächen vor. Grundlage dafür soll eine Studie sein, die auf dem Gemeindegebiet mehr als 70 ungenutzte Areale und Immobilien identifiziert hat.
Zudem regt Benedikter die Einrichtung einer Task-Force mit Vertretern von Gemeinde, Land, Wohnbauinstitut WOBI und weiteren Akteuren an. Diese soll mögliche Standorte bewerten und einen Zeitplan für Umwidmungen, Sanierungen und Neubauten ausarbeiten.
Finanziert werden soll die Initiative unter anderem durch einen Nachtragshaushalt des Landes in Höhe von 500 Millionen Euro sowie durch zusätzliche Investitionen der Gemeinde. Darüber hinaus schlägt Benedikter vor, die Gemeindeimmobiliensteuer auf Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb anzuheben und die Mehreinnahmen zweckgebunden für den Wohnbau einzusetzen.
Als mögliches Pilotprojekt nennt der Grünen-Politiker die Umwandlung der Otto-Huber-Kaserne in ein neues Wohnviertel mit mindestens 600 Wohnungen. Vorbilder seien ähnliche Projekte in Brixen und Bruneck, wo ehemalige Kasernenareale für sozial gebundenen Wohnraum umgenutzt werden.
Der Beschlussantrag soll nun erneut im Gemeinderat behandelt werden.




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