"Beitrag für eine gemeinsame Erinnerungskultur"

Grüne für weitere „Stolpersteine“ in Bozen

Dienstag, 01. Mai 2018 | 12:23 Uhr

Bozen – Der Stadtviertelrat von Europa-Neustift stimmte einem Vorschlag der Grünen Vize-Präsidentin Corinna Lorenzi zu, das Projekt „Stolpersteine“ nun auch in die Straßen des Viertels zu holen.

Die Messing-Täfelchen sind Teil des „größten dezentralen Mahnmals der Welt“, das vom Künstler Gunter Demnig im Jahr 1992 initiiert wurde. Es erstreckt sich mittlerweile über 23 europäische und außereuropäische Länder und umfasst über 60.000 „Stolpersteine“.

Bisher gab es in Bozen zehn „Stolpersteine“, die seit 2015 im Stadtzentrum an die Opfer des Nazi-Faschismus erinnern. Nun sollen weitere Messing-Tafeln in der Turinstraße folgen.
“Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer gemeinsamen Erinnerungskultur.An vier Männer, die zwischen 1940 und 1944 aus Bozen fliehen mussten oder von hier deportiert und dann umgebracht wurden, soll mit der Einsetzung der 10×10 cm großen Messing-Täfelchen erinnert werden. Es sind dies der Florist Otto Bondy, der Feuerwehrmann Erminio Ferrari, der Lancia-Arbeiter Walter Masetti und Gerolamo Meneghini, Feinmechaniker bei Feltrinelli. Alle vier hatten mit ihren Familien bis kurz vor ihrer Flucht bzw. Deportation in der Turinstraße gewohnt. Mit den im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen”, so die Grünen.

“Durch die gemeinschaftliche Erinnerung an die Opfer der beiden Diktaturen wird ein wichtiger Beitrag zur Entfaltung einer gemeinsamen Erinnerungskultur geleistet. Dies erfolgt auch im Sinne der Schaffung kleiner, kollektiver Erinnerungsorte im städtischen Raum und spannt einen Bogen zwischen einschneidenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts auf lokaler und europäischer Ebene”, so die Grünen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Grüne für weitere „Stolpersteine“ in Bozen"


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Marta
Marta
Universalgelehrter
26 Tage 18 h

Grüne haben ja sonst keine Probleme !!!

Tabernakel
26 Tage 15 h

Davon kann es nicht genügend geben.

Marta
Marta
Universalgelehrter
26 Tage 14 h

Stolpersteine oder Grüne??—dann lieber Stolpersteine !!!

heinold
heinold
Grünschnabel
26 Tage 19 h

Schnapsidee, jedoch Stolpersteine werden die “grünen” noch massenweise bei den nächsten Wahlen vorfinden!

zockl
zockl
Superredner
26 Tage 10 h

wie wäre es mit Stolpersteinen für die Opfer Stalins, Maos und Pol Pots? Oder finden Grüne deren Opfer seien selber schuld?????

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
26 Tage 1 h

“Pol Pot killed one point seven million Cambodians, died under house arrest, well done there. Stalin killed many millions, died in his bed, aged seventy-two, well done indeed. And the reason we let them get away with it is they killed their own people. And we’re sort of fine with that.”

Eddie Izzard

Marta
Marta
Universalgelehrter
26 Tage 1 h

und was ist mit den Opfern der 60iger Jahre ???—-wir Südtiroler dürfen das nie vergessen ,denn …….

Dolomiticus
Dolomiticus
Tratscher
26 Tage 11 h

Wenn soviele Südtiroler schon alles vergessen haben, auch hier im Forum, dann braucht es noch viele Stolpersteine, damit diese Leute immer wieder Gänsehaut bekommen, wenn sie an Häusern vorbeispazieren, vor denen diese Messingplatten an jene abscheulichen Gräueltaten erinnern.

Pork
Pork
Tratscher
25 Tage 22 h

Mehr als durch den Tag stolpern machen die Grünen doch eh nicht, aber alle anderen sollen es bezahlen.

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