Zu eigenen Werten zurückfinden – ein Kommentar

Historische Niederlage, niederschmetterndes Versagen

Donnerstag, 26. August 2021 | 09:54 Uhr

Kabul/Bozen – Ungläubig staunt die Welt über den Siegeszug der Taliban. Innerhalb weniger Wochen ist es den angeblichen „Steinzeitkriegern“ gelungen, in fast ganz Afghanistan die Macht an sich zu reißen und der stärksten Militärallianz und dem mächtigsten Land der Welt, der Nato und den USA, eine historische Niederlage zuzufügen. Die Bilder verzweifelter Mütter, die ihre Kinder den Soldaten übergeben, um sie außer Landes zu bringen, und die Flüchtlinge, die sich ans Fahrwerk startender Flugzeuge klammern, sprechen Bände.

Die Tatsache, dass heute viele, die an ein moderneres und besseres Afghanistan geglaubt haben, das allen – insbesondere auch Frauen – ermöglicht, einen Beruf zu erlernen und am politischen und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, einfach in Stich gelassen werden, macht aus der militärischen auch eine moralische Niederlage. Menschen in anderen, von ähnlichen Problemen geplagten Ländern werden sich in Zukunft davor hüten, sich auf die „Westler“ zu verlassen.

APA/APA/AFP/WAKIL KOHSAR

Trüb stimmen auch die vielen Wortmeldungen von Bürgern, aber auch von Politikern, denen angesichts dieses niederschmetternden Versagens nichts Besseres einfällt, als Flüchtlingen die Aufnahme zu verweigern und neue Mauern zu errichten. Den „Tastaturlöwen“ in ihren gemütlichen Wohnzimmern, aber auch den Politikern, die die Krise dazu nutzen wollen, im Trüben zu fischen, sei aber gesagt, dass wir die Folgen des afghanischen Desasters so und anders zu spüren bekommen werden.

DENTRO L'AEROPORTO DI KABUL, TRA SPERANZA E PAURA

DENTRO L'AEROPORTO DI KABUL, TRA SPERANZA E PAURA È una corsa contro il tempo per fuggire dall'Afghanistan. Dall'inviata della Rai, il racconto della situazione drammatica all'aeroporto di Kabul, dove sono migliaia le persone che sperano di riuscire a partire prima che il ritiro dei militari metta fine all'evacuazione.L'inviata Lucia Goracci dal Tg3 delle 19 del 25 agosto 2021

Posted by Tg3 on Wednesday, August 25, 2021

Machen wir uns nichts vor! Zusammen mit dem ganzen Westen haben diesen Krieg auch wir verloren. Aber indem wir diesen Menschen helfen, können wir ihnen heute eine Chance bei uns und morgen vielleicht wieder in Afghanistan geben. Wir haben – auch als Südtiroler – keine Alternative dazu, für unsere Werte einzustehen. Der Allianz kann es gelingen, das Afghanistan der Taliban einzudämmen. Auch wir werden unseren bescheidenen Beitrag dazu leisten müssen. Ansonsten ist weit mehr verloren als ein Krieg in einem fernen Land.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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19 Kommentare auf "Historische Niederlage, niederschmetterndes Versagen"


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Staenkerer
29 Tage 2 h

i honn koane der woffn finanziert, hergstellt oder drun verdient, i wunder mi ober wo de “ormen” leit ollm es geld hernemmen um woffn zu kafn?
also: wer schickt geld für den woffnkaug und wer kassiert am verkauf der woffn?
vieleicht solln de jetz a für des leid des damit ungerichtet werd grodestien!

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 16 h

Woher nimmt hier ein Armer Geld? Er nimmt es von anderen.

Der stärkere haut dem Schwächeren eine auf die Rübe, nimmt sein Jausengeld und kauft sich damit Waffen. Damit gibt er dann noch weiteren Schwächeren eine auf die Rübe, um sich weitere Waffen zu kaufen.
Das läuft nirgendwo auf der Welt anders. Sind die schwachen also daran Schuld, dass die stärkeren Waffen haben? Ich denke nicht.

Staenkerer
28 Tage 9 h

@Neumi und nor gib man de schwächeren geld damit sie wieder auf die rübe kriegen und de gebn den schwächeren auf die rübe damit sie zu deren geld kommen und wir geben denen. nor wieder a geld….. i sog jo, a foß ohne boden!

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 4 h

@ Staenkerer Als Alternative sind sämtliche Hilfsaktionen einzustellen.

schreibt...
schreibt...
Superredner
27 Tage 1 h

@Stänkerer Da liegst Du wohl etwa falsch! Indem du Lohnsteuer, Mehrwertsteuer und andere Steuern zahlst, finanzierst auch Du das Militär mit, und somit auch deren Waffen, die dann auch im Ausland eingesetzt werden!

Staenkerer
26 Tage 20 h

@schreibt… do i davon red das de afganen woffn hobn nit de italiener de entn sein
ob jo, durch dem das italien, oder zumindest de eu hilfgelder ummischickn und dort a mein und dein geld drinnsteckt zohln mir olle deren woffn, ober de entscheidung lig nit ba mir, do konn i no so dagegn sein!
ober als ehrliche steuerzohler indireckt zohln i und du viel des mir freiwillig nie zohlatn!

Neumi
Neumi
Kinig
26 Tage 20 h

Gerade unsere Mitte-Rechts-Parteien sind ja dafür, Geld hinzuschicken und vor Ort zu helfen, damit man keine Flüchtlinge aufnehmen muss.

Ich zitiere mal die “Wiener Fremdenfreunde” aus einem Sketch der Hektiker von 1991 (womöglich älter, aber die Aufnahme stammt aus dem Jahr): “Helfen wir, dass es den Ausländern im Ausland gut geht, denn sonst kommen’s zu uns und das woll’n wir ja alle nicht.”

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
29 Tage 57 Min
Hallo @ka (Kommentator) vor dem entsetztem Weltpublikum läuft gerade der Abspann des Horrorfilms “Kunterbuntes Afghanistan”. Militär (sonst gern verachtet) durfte das Utopia schützen, Blutzoll zahlen. Das depperte Steuerpublikum durfte milliardenschwer und ungefragt das bezahlen was jeder Hütebube als “so ein Schmarren” eingestuft hätte. Humor ist wenn die gleichen Riesenschauspieler und ihr Klatschgefolge sich nun dahinstellen und mit herrischem Ton und wütendem Fuss aufstampfen einen Blankoscheck für ihr neues Machwerk “Afghanistan retten” fordern und sich schon im Vorfeld jedwede kritische Nachfrage verbitten. Für den Kommentator als ausgewiesenen “Südtirolfreund”: Das christlich-wertorientierte Südtirol hat geräuschlos und gut organisiert 80 Afghanen aufgenommen, spontan und… Weiterlesen »
Supergscheider
Supergscheider
Superredner
27 Tage 5 h

Das Demokratiegefasel ist doch nur ein Vorwand die eigene Rüstungsindustrie zu mästen .
Niemand hat ernsthaft geglaubt dieses Land zu befrieden oder westliche Standarts zu bringen,es war allen Verantwortlichen von Anfang an klar dort nur verbrannte Erde zurück zu lassen und das Perfide daran ist ,es ist ihnen.schei..egal.

Staenkerer
26 Tage 20 h

es scheinheilige isch lei das de länder de den volk de woffn verkafn und damit geld scheffeln nor, 0, 000 und a poor % von den kassierten geld mit riesen tamtam und lobesschlogzeiln als spendengelder hinschickn und sich deswegn als wohltäter feiern lossn!

quilombo
quilombo
Superredner
28 Tage 10 h

was der Autor des Artikels wegläßt ist, daß es von Anfang an nie eine Absicht gegeben hat, dem afghanischem Volk irgendwelche Verbesserungen zu bringen. Ab der 70er Jahre wurde es für die Usa Priorität das Land zu kontrollieren, dazu sollten die Taliban als Verbündete dienen.
Als letztere nicht mehr wollten so wie es die Usa wollten, in den 90ern, war der Einmarsch beschlossene Sache.
Daß die Usa auch die ganzen Natoländer mit hineingezogen hat, ändert nichts an der Tatsache, daß sie die Drahtzieher waren und ein Land zerstört haben.

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
23 Tage 23 h

Quilombo@ deinem Kommentar ist nur noch hinzuzufügen,das in den 70ern Afghanistan ein modernes unabhängiges Land war und die USA und UK ihren Einfluss schwinden sahen, darauf hin wurde mit allen Mitteln an desen Desendestabilisierung gearbeitet und die radikal islamistischen Kräfte vorgeschickt .
Wie so oft,oder besser gesagt immer sind die scheinheiligen Demokratiebringer die Wurzel von so viel Übel.
Was mich aber wundert,das Journalisten diese Tatsachen entweder nicht wissen oder auch noch die Hühneraugen schliessen?

quilombo
quilombo
Superredner
23 Tage 16 h
@Supergscheider, ganz genau so war es. Was die Journalisten angeht, ist es sicher so, daß viele keine Ahnung haben und das nachschreiben, was so üblich ist. Auf der anderen Seite haben wir schon lange keine unabhängigen Medien mehr, oder vielleicht nie gehabt. Jedoch seit den 90er Jahren ist eine zunehmende Uniformiertheit zu beobachten. Unsere Medien haben die Ethik über Bord geworfen, und dienen nur mehr den politischen und wirtschaftlichen Interessen der Elite. In Europa sind diese Interessen den Usa untergeordnet. Die wenigen Journalisten der dominanten Linie dieser Medien nicht gehorchen wollen, sondern recherchieren, hinterfragen, prüfen und wahrheitsgetreu berichten wollen, werden… Weiterlesen »
Supergscheider
Supergscheider
Superredner
22 Tage 18 h

Quilombo@ Danke für die Ergänzung.

eisern
eisern
Superredner
28 Tage 16 h

Jede Region hat eigene Werte die man respektieren muss. Gerade die Europäer und Amerikaner haben weltweit ihre Werte mit eigenen Interessen verknüpft und ganze Kontinente kolonialisiert und unterdrückt. Wer kann denn behaupten was für die jeweilige Region richtig oder falsch ist?Das sollten die dort lebenden Menschen entscheiden und nicht fremde Mächte.

Queen
Queen
Superredner
27 Tage 17 h

Demokratie ist ein langsamer Entwicklungsprozess, der vom Volk gewollt und vorangetrieben werden muss. Von aussen oder oben vorgeben hat das keinen Sinn. Wenn ein Land dafür noch nicht bereit( reif) ist, muss man das respektieren, aber nicht wieder bervormunden oder das Volk aus ihrem Land locken für eine bessere Zukunft, die sie dann größtenteils hier bei uns eh nicht finden.

Alter Hase
Alter Hase
Grünschnabel
27 Tage 4 h

Ich bin auch dieser Meinung.
Aber man kann einen Einfluss üben, damit sich die Kultur in Richtung Frieden entwickelt. Und das geht nicht ohne Frauen!
Die Geschichte Europas zeigt, dass solange Frauen nicht an Entscheidungen teilnehmen durften, Krieg selbstverständlich war. Das hat sich erst geändert, seit Frauen wählen dürfen, und vor allem gewählt werden dürfen; seit Frauen Zugang zu den Künsten und zu den höchsten Niveaus der schulischen Ausbildung haben.
Männer funktionieren leider anders, es braucht also unbedingt auch das Weibliche!
Diese Kultur des Friedens sollte in die ganze Welt gebracht werden – ohne sie anderen Völkern aufzuerlegen.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
29 Tage 1 h

Krieg gewonnen, Frieden verloren

Leider funktioniert unsere Demokratie nicht überall. Ausserdem hat man es ja damals mit der hochgerüsteten irakischen Armee gesehen wie die stelkenweise vor dem IS davongelaufen sind. War zu erwarten dass es mit einem Grossteil der ANA nicht anders sein würde.

Savonarola
27 Tage 13 h

ich kann hier nur allgemeine Floskeln herauslesen.

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