Weiterhin Bedauern über Beauftragung von André Heller

Hofburggarten: Initiativgruppe schlägt Kompromiss vor

Dienstag, 31. März 2026 | 07:55 Uhr

Von: mk

Brixen – Die Initiativgruppe für einen offenen Hofburggarten, die sich vor wenigen Wochen zu einer Aussprache mit dem Brixner Andreas Bürgermeister Jungmann getroffen hat, schlägt einen Kompromiss vor. Bei dem Austausch wurde über den Stand der Bauarbeiten und die Realisierung von Varianten in der Planungsphase diskutiert.

Wie die Initiativgruppe daran erinnert, ging nach Beginn der Miete des Areals durch die Gemeinde 2008 das Meraner Studio „Freilich“ im Jahr 2015 als Sieger eines internationalen Wettbewerbs hervor. Aber bereits 2016 setzte der neue Stadtrat unter Bürgermeister Peter Brunner die das Projekt zugunsten einer „attraktiveren“ Lösung aus. Ende 2017 beauftragte der Stadtrat mit dem Gemeinderat den Wiener Künstler André Heller mit der Gestaltung des Hofburggartens: Nach heutigem Stand ist die Öffnung des Gartens für Frühjahr 2028 geplant, exakt 20 Jahre seit Abschluss des Mietvertrags zwischen Gemeinde und Kurie. „Es sei daran erinnert, dass die Bevölkerung seit zehn Jahren den Garten nützen könnte, wäre das Siegerprojekt von 2015 verwirklicht worden, und zwar zu deutlich niedrigeren Kosten“, erklärt Barbara Fuchs für die Initiativgruppe für einen offenen Hofburggarten in einer Aussendung.

Neben den Kosten für Bau und Gestaltung hegt die Initiativgruppe starke Zweifel über die von der Gemeinde veranschlagten Kosten für Pflege und Instandhaltung. Bei der Vorstellung des von der Gemeinde im Februar 2025 genehmigten Ausführungsprojekts ging man von einer Summe zwischen 1,0 bis 1,2 Mio. Euro aus. Diese Kalkulation führt laut Initiativgruppe direkt zur Frage der Kosten für den Zugang in den „Heller-Park“ und die Hofburg. „Bei einer Schätzung von etwa 100.000 Besucherinnen und Besucher jährlich, müsste der Eintrittspreis zwischen zehn und zwölf Euro pro Kopf betragen. Da aber der Eintritt in die Hofburg bereits heute 13 Euro beträgt, erscheint die Kalkulation wenig realistisch“, erklärt Fuchs.

Vorschlag für freien Zugang und Finanzierung

Im Gespräch mit dem Bürgermeister bekräftigten die Vertreter der Initiativgruppe ihr Bedauern über die erfolgte Beauftragung von André Heller. Sie regten aber zugleich eine Lösung an, die den Bedürfnissen der Brixner Bürgerinnen und Bürger besser entspricht als die vorgesehene museale Gestaltung des gesamten Areals. Ein Teil des Gartens sollte als frei zugängliche Grünfläche erhalten und Eintritt nur für den museal designten Teil des Gartens vorgesehen werden. Bürger erhielten so die Möglichkeit der niederschwelligen Nutzung des Gartens, während Besucher von Hofburg und Garten ein Besucherticket erwerben.

„Im Hinblick auf die Instandhaltungskosten müsste sich der Museumstrakt über die Eintrittstickets finanzieren. Der frei zugängliche Teil ließe sich hingegen über eine minimale Erhöhung der Ortstaxe über Guestpass BrixenCard finanzieren. Bei einer Quote von fast einer Million Nächtigungen im Jahr genügt eine Erhöhung von 0,16 Euro, um die Summe von 160.000 Euro zu sichern“, so die Initiativgruppe. Damit ließen sich die Kosten für die Erhaltung leicht decken, wie es bei Parkanlagen in Deutschland und Österreich mit vergleichbarer Größe der Fall sei. Damit wäre für den freien Teil ein freier Zugang möglich.

Kompromiss

Eine solche Lösung würde als Kompromiss von der breiten Bevölkerung angenommen, zumal sie bereits die Belastungen zu tragen habe, die sich aus der überlangen Vorlaufzeit und dem wachsenden Verkehr und Anstieg der Besucherzahlen ergeben würden ist die Initiativgruppe überzeugt. Eventuelle Ermäßigungen für Einheimische und die Durchwegung auf der Nord-Südachse seien weitere Vorzüge dieser Lösung.

Der aktuelle Stand der Arbeiten – bisher ausschließlich Grabungen und Bodensanierung – ließe die vorgeschlagene Lösung zu. „Es ist für unsere Initiativgruppe vordringlich, dass der Garten für Einheimische und Besucher zu einem Ort der Ruhe, Erholung und Begegnung werden kann. Die Gemeindeverwaltung ersuchen wir, diesen Vorschlag in ihren Planungen zu berücksichtigen und uns entsprechend zu informieren“, erklärt Barbara Fuchs abschließend.

Bezirk: Eisacktal

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