Einige Kühe sind verendet

Horror-Stall in Wiesen: „Mehr Zivilcourage wäre wünschenswert“

Montag, 25. Juni 2018 | 17:19 Uhr

Wiesen/Bozen – Vor einigen Wochen ist der Fall von Tierverwahrlosung in Wiesen bekannt geworden. Weil sich ein Bauer offenbar nicht um seine Kühe gekümmert hat, sind einige der Tiere sogar verendet. Das soziale Netz funktioniere in Südtirol in der Regel sehr gut. Nichtsdestotrotz wäre mehr Zivilcourage der Südtiroler Bürger wünschenswert, kommentiert Landesrat Arnold Schuler den Fall.

Der Horror-Stall in Wiesen sorgte über mehrere Wochen hinweg für Schlagzeilen. Die Kühe standen in ihren Fäkalien und bekamen offensichtlich nicht ausreichend Futter.

Laut Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler gab es seitens der Kontrollstellen des Landes und der tierärztliche Dienste keine Versäumnisse, die zu den Missständen und zum Verenden von Kühen in dem Stall in Wiesen geführt haben. Dies geht aus einer Antwort des Landesrates auf eine Landtagsanfrage des Abgeordneten Andreas Pöder (BürgerUnion) hervor.

Der Betrieb sei vor sechs Jahren das letzte Mal einer Kontrolle unterzogen worden, erklärt Schuler. Pöder kritisiert in seiner Anfrage, dass in jedem anderen Betriebszweig Unternehmen auf Herz und Nieren kontrolliert und alle Sicherheitsbestimmungen durchleuchtet würden. „Es gibt den landestierärztlichen Dienst, dessen Direktor zu den höchstbezahlten Beamten Südtirols zählt. Der tierärztliche Dienst ist Teil des Sanitätsbetriebes und hat unter anderem als eine der Aufgaben die Überwachung der Tierhaltung und des Tierschutzes“, schimpft Pöder.

Doch Schuler lässt den Vorwurf eines Kontrollversagens nicht gelten. „Eine flächendeckende Kontrolltätigkeit durch die öffentlichen Behörden Südtirols könnte nur durch ein Heer von Mitarbeitern gestemmt werden“, erklärt der Landesrat. Dies stehe im Kontrast zum fortschreitenden Personalabbau in der öffentlichen Verwaltung. Außerdem werde von vielen Parteien die exzessive Kontrolltätigkeit kritisiert.

„Das soziale Netz in Südtirol, bestehend aus Nachbarschaft, öffentlichen Behörden vor Ort (Gemeinde und Sozialdienste) und betrieblichem tierärztlichen Dienst des Südtiroler Sanitätsbetriebs funktioniert in der Regel sehr gut. Nichtsdestotrotz wäre mehr Zivilcourage der Südtiroler Bürger sehr wünschenswert“, betont Schuler.

Während Pöder dem Landesrat vorwirft, die Verantwortung der Politik und der Kontrollstellen auf die Bürger abzuwälzen, lässt Schulers Antwort umgekehrt auch den Schluss zu, dass es zu einer derartigen Eskalation vermutlich nicht gekommen wäre, wenn man die Situation früher gemeldet hätte.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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24 Kommentare auf "Horror-Stall in Wiesen: „Mehr Zivilcourage wäre wünschenswert“"


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bern
bern
Superredner
26 Tage 21 h

Da hat der Schuler mal recht (kommt selten vor !)
Wenn die Kühe nichts zu fressen kriegen, plärren sie. Das hören die Nachbarn bzw. die Spaziergänger. Dann muss man halt mal nachfragen bzw. nachschauen.

m69
m69
Superredner
26 Tage 21 h

das sollten die (Nachbarn) Bauern machen, wer kennt sich sonst damit aus? Die Stadtler??? 😂

Staenkerer
26 Tage 18 h

jo, do hobn woll boade recht, der/die nochbor/n ghearn glei mitgstroft ober a konntrolle von d betriebe war schun zu verlongen!
egal wie, es isch und bleib für viele mehr wie beschämend und bleib unverzeilich wos do vor sich gongen isch!

bern
bern
Superredner
26 Tage 4 h

@Staenkerer
du kannst nicht alle Betriebe jede Woche kontrollieren.
Das müssen nicht nur die Nachbarn, sondern vor allem die Familienangehörigen machen. Wenn der Cousin weiß, dass der allein ist und Probleme hat, dann schaut man halt jede Woche mal auf ein Bier vorbei.

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
26 Tage 20 h

Das ganze Dorf soll sich für ewig schämen ,mehr braucht man dazu nicht mehr zu sagen.Wenn die Kühe dauernd plärren dann ist was nicht in Ordnung das versteht ein jeder Trottel und sieht nach dem Rechten.Der Landesrat hat hier vollkommen recht ,man kann einfach nicht jede Stallung kontrollieren.

Leo 675
Leo 675
Tratscher
26 Tage 18 h

Zumfoll des dorf besteat lei aus 5 häuser🙈

m69
m69
Superredner
26 Tage 6 h

Vielleicht deshalb, sollte sich das ganze Dorf schämen?

denkbar
denkbar
Kinig
26 Tage 20 h

Ich denke auch, dass es mehr Zivilcourage und auch Solidarität braucht. Es ist doch anzunehmen, dass dieser Bauer irgendein großes Problem hat, ob das nun Alkohol oder Depression heißt, und Hilfe braucht. Ein gesunder Bauer, lässt seine Tiere nicht so im Stich.

iwoasolls
iwoasolls
Tratscher
26 Tage 18 h

alkohol!👍👍

wellen
wellen
Superredner
26 Tage 21 h

Logisch, alke haben gewusst und nix gesagt. Wieso in einem kleinen Ort die omertá?

Staenkerer
26 Tage 17 h

de in den kaff solln sich olle für longe zeit in bodn eini schamen!!!

gringo
gringo
Grünschnabel
26 Tage 18 h

herr pòder fùhr des wos du duasch des gonze johr verdiansch du a um 60 prozent za viel geld.du verschtesch es olm lei ba die ondrn leit.

m69
m69
Superredner
26 Tage 6 h

Do redet der Richtige, Du kannst dich in den Reihen der Svp aufstellen wenn Du 5.000€ hinterlegst. Ah, die Frist ist schon vorüber! Deshalb lieber das Maul halten.

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
26 Tage 16 h

wo endet Zivilcourage und beginnt das Denunziantentum?

Mitgequatscht
Mitgequatscht
Tratscher
26 Tage 12 h

#savonarola tat sogn do wo dritte zu schodn kemmen.

Staenkerer
26 Tage 9 h

wenn du s scheint das mensch, tier und natur in gefahr isch, soll man de courage aufbringen nochzufrogn und noch zu schaugn und wenn sich der verdacht verhärtet oder bestätigt muaßan hobndeln, es muaß jo nit ollm a onzeige sein!
in dem foll hat es wohrscheinlich gereicht wenn der nochborbauer ( a stroßn breite entfernt) als erster de gemeinde vetständigt und oder den tierorzt gruafn hat, wenn des vieh nimmer aufgheart hot zu brülln, und nor, sollte der orzt nit hondeln erst de behörde einscholtn!

denkbar
denkbar
Kinig
26 Tage 8 h

@Savonarola. Für mich beginn das Denunziantentum dort, wo man sich nicht einmischt um zu helfen und einen besseren, gerechteren Zustand herbeizuführen, sondern wo man mit bösen Hintergedanken jemanden anzeigt, um ihn fertig zu machen oder um sich einen Vorteil herauszuschlagen.

denkbar
denkbar
Kinig
26 Tage 8 h

@Savonarola . In jedem Fall, denke ich, wenn man mit gutem Willen und guten Werten im Hintergrund sich einmischt, kann man nie alles falsch machen.
Wegsehen, ist hingegen ganz klar feig und führt zu Entsolidarisierung der Gesellschaft und damit zu einem auseinanderbrechen der Gesellschaft.

Grisu
Grisu
Tratscher
26 Tage 17 h

Das ist Personalabbau an der falschen Stelle! KONTROLLIERT-ABER RICHTIG! Schaut in erster Linie nach, obs den Tieren gut geht und hört auf,euch nur aufs Papier zu konzentrieren!

bedenklich
bedenklich
Grünschnabel
26 Tage 16 h

pöder kritisiert seit jahren und kriegt kaum ws auf die reihe… kritisieren können kinder auch schon…!

werner66
werner66
Superredner
26 Tage 7 h

Die Bauern sollen ja in Zukunft die Pflege von Kranken übernehmen. Unter dem Motto: Zuerst in den Stall und dann zum Patienten, haben wir eine interessante Entwicklung vor uns.

So ist das
So ist das
Superredner
26 Tage 8 h

Wie kann ein Dienst und die Kontrollen gut funktuonieren, wenn man dann aufzeigt, dass zu wenig Personal zur Verfügung steht.
Veranrwortung muss man übernehmen und nicht auf die Bürger abschieben.

durchdacht
durchdacht
Grünschnabel
26 Tage 15 h

Olle 6 Johr a Kontrolle…

Berg
Berg
Grünschnabel
26 Tage 6 h

Ich frage mich wie weit unser Tierschutzgesetz reicht, denn in meiner Umgebung lebte in Sozialrentner der seit Jahrzehnte 30-40  Katzen hält, und jährlich oft hunderte Jungtiere verendeten. Es wurde einige male versucht, von öffentlicher Seite, Tiere zur Kastration abzuholen, doch wurde dies von ihm immer verweigert. Nun Stellt sich die Frage wie weit das Tierschutzgesetz reicht und für welche Tierart es geschaffen wurde, da in diesem geschilderten Fall der Vorwand des Nichtwissens nicht anzuwenden ist, und der Bauernbund für diese Tiere nicht zuständig ist.
Doch sind auch dies Tiere mit Gefühlen.

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