Herbert Dorfmann bei Minister Lollobrigida

“Ich war ehrlich gesagt überrascht”

Montag, 31. Oktober 2022 | 17:40 Uhr

Rom – Noch nicht einmal zehn Tage ist der italienische Agrarminister Francesco Lollobrigida im Amt und schon gab es heute (31. Oktober) ein Treffen mit dem Südtiroler Europaparlamentarier Herbert Dorfmann. Allerdings ist das Timing nicht das einzig Bemerkenswerte: „Es war der Minister, der um diesen Termin angefragt hat“, so Dorfmann, der Lollobrigida vor allem auf die Probleme der Südtiroler Landwirtschaft mit Bär und Wolf aufmerksam gemacht hat.

„Ich war ehrlich gesagt überrascht.“ Herbert Dorfmann macht kein Hehl aus seiner Reaktion auf den Anruf des Ministers und dessen Anfrage um ein dringendes Gespräch mit Dorfmann, der nicht nur Südtirol in Brüssel vertritt, sondern zugleich auch Agrarsprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament ist. „Offensichtlich versucht der Minister in diesen ersten Tagen im Amt, sich einen Überblick über den Stand der EU-Agrarpolitik zu verschaffen“, so der Südtiroler EU-Parlamentarier.

So ließ sich Lollobrigida heute Vormittag in Rom von Herbert Dorfmann über die großen Themen der Brüsseler Agrarpolitik und die anstehenden Herausforderungen informieren. „Das Hauptaugenmerk der italienischen Agrarpolitik gilt traditionellerweise den großen Agrarbetrieben in den Gunstlagen“, so Dorfmann nach dem Treffen. „Deshalb war dieses Gespräch eine einzigartige Gelegenheit, den Fokus des Ministers schon zu Beginn seiner Amtszeit auch auf die kleinen Betriebe und hier vor allem auf die Berglandwirtschaft und deren besondere Problematiken zu lenken.“

So sprach der Südtiroler Europaparlamentarier auch das Problem der großen Beutegreifer in den Alpen an. „Ich habe das Problem und die Haltung der EU heute im Detail zu schildern versucht“, so Dorfmann. „Mir ging es aber vor allem darum, den Minister auf die enormen, durchaus existenzbedrohenden Schäden aufmerksam zu machen, die Bären und Wölfe nicht nur unserer Almwirtschaft zufügen, sondern auch auf den Heimweiden anrichten.“

Dorfmanns Hoffnung nach dem Treffen mit Francesco Lollobrigida ist nun, den Minister für dieses Problem sensibilisiert zu haben. „Der Minister hat sich klar für eine europäische, nationale und lokale Zusammenarbeit ausgesprochen, um das Wolfsproblem in den Griff zu bekommen. Ich hoffe, dem neuen Agrarminister gute Argumente geliefert zu haben, mit denen er sich in Brüssel für eine effiziente Eindämmung des Problems der großen Beutegreifer in den Alpen starkmachen kann“, so der Südtiroler Europaparlamentarier.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "“Ich war ehrlich gesagt überrascht”"


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Pidig
Pidig
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

hmmm…. hat Südtirol nur einen Agrar EU Parlamentarier gewählt ??? Denn für die restlichen Probleme Südtirols verbleibt ihm sicher keine Zeit mehr. Oder war der Ministertermin schon vor der Regierungsbildung vereinbart worden? Denn, so wie sich der Onerevole eingesetzt hat, dass sich die SVP zumindest für eine Stimmenenthaltung in Rom entscheiden soll, lässt dieser Vermutung viel Spielraum….!

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

@Pidig….. der Landwirtschaftsminister ist bekanntlich für die Landwirtschaft zuständig, oder? Hätte der Gesundheitsminister nach einem Termin gefragt, dann wahrscheinlich für gesundheitliche Fragen…..demzufolge sieht man mal wieder Skandale, wo es keine gibt…..

magari
magari
Superredner
1 Monat 6 Tage

Verstehe auch nicht was der Dorfmann in Rom macht. Ist das jetzt der Vertreter statt Spagnoli, der das Amt für Jagd und Fischerei über hatte?

Opa1950
Opa1950
Superredner
1 Monat 6 Tage

So verwöhnt sind Südtirols Politiker.Es ist schon lächerlich dass ein Minister muss Dorfmann anrufen nach Rom zu kommen, anstatt umgekehrt.Aber bestimmten Südtiroler Politikern interessiert Südtirol sehr wenig . Wichtig ist nur dass bei ihnen die Kasse stimmt.

So ist das
1 Monat 6 Tage

Da lässt sich unsere SVP einlullen und fällt auch noch daruf rein 😂😂😂

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