Von: luk
Bozen – Die Zahl der Südtirolerinnen und Südtiroler mit Wohnsitz im Ausland steigt weiter deutlich an. Laut aktuellen Daten des Landesinstituts für Statistik ASTAT waren zum 31. Dezember 2024 insgesamt 57.090 Personen im Melderegister der im Ausland lebenden italienischen Staatsbürger (A.I.R.E.) eingetragen. Das entspricht 105,8 Eintragungen je 1.000 Einwohner.
Im Vergleich zu 2014 bedeutet das einen Anstieg um 52,8 Prozent – ein klarer Hinweis auf anhaltende Auswanderungstendenzen.
Auswanderung bleibt Hauptgrund
Mehr als die Hälfte der Eintragungen (57,9 Prozent) erfolgt aufgrund von Auswanderung. An zweiter Stelle steht mit 30,1 Prozent die Geburt im Ausland, etwa bei Kindern von bereits ausgewanderten Südtirolern.
Insgesamt sind 47,5 Prozent der Eingetragenen in Italien geboren, die Mehrheit davon in Südtirol. 52,5 Prozent wurden hingegen bereits im Ausland geboren.
Starke Präsenz im deutschsprachigen Raum
Die große Mehrheit der Ausgewanderten lebt weiterhin in Europa: 93,1 Prozent haben ihren Wohnsitz auf dem Kontinent, davon 72,7 Prozent in EU-Staaten.
Besonders stark ist die Konzentration im deutschsprachigen Raum: 32,8 Prozent leben in Deutschland, 32,5 Prozent in Österreich und 15,3 Prozent in der Schweiz. Zusammen entfällt damit rund vier Fünftel aller Eintragungen auf diese drei Länder.
Vinschgau besonders stark betroffen
Innerhalb Südtirols zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Die höchsten Auswanderungsquoten verzeichnet der Vinschgau. Spitzenreiter ist Taufers im Münstertal mit 456,4 Eintragungen je 1.000 Einwohner, gefolgt von Glurns, Graun im Vinschgau und Mals.
Deutlich niedriger fallen die Werte unter anderem in Altrei, Vöran sowie in mehreren Gadertaler Gemeinden aus.
Viele junge Menschen wandern aus
Im Jahr 2024 wurden 3.362 neue Eintragungen verzeichnet. Besonders auffällig ist die Altersstruktur: Mehr als 70 Prozent der Neueingetragenen sind minderjährig oder unter 30 Jahre alt.
Die größte Gruppe stellen die 18- bis 29-Jährigen mit 37,1 Prozent. Dahinter folgen Minderjährige mit 33,6 Prozent.
Hauptgrund für die neuen Eintragungen bleibt die Auswanderung: Rund zwei Drittel der Fälle entfallen darauf, häufig im Zusammenhang mit Ausbildung, Berufseinstieg oder neuen Arbeitsmöglichkeiten im Ausland.
Langfristiger Trend setzt sich fort
Die aktuelle Altersstruktur zeigt zudem, dass ein Großteil der im Ausland lebenden Südtiroler bereits vor längerer Zeit ausgewandert ist. Nur etwa ein Viertel der Eintragungen erfolgte in den vergangenen fünf Jahren.
Insgesamt verdeutlichen die Daten, dass das A.I.R.E.-Register nicht nur aktuelle Wanderungsbewegungen abbildet, sondern auch die langfristige Entwicklung Südtiroler Familien im Ausland widerspiegelt.




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