Massengutfrachter "Mayuree Naree" nördlich des Oman getroffen

Insider: Iran verlegt ein Dutzend Minen in Straße von Hormuz

Mittwoch, 11. März 2026 | 20:38 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters/AFP

Der Iran hat Insidern zufolge rund ein Dutzend Minen in der Straße von Hormuz ausgelegt. Die Standorte der meisten Minen seien bekannt, hieß es am Mittwoch. Wie die USA damit umgehen wollten, blieb jedoch offen. Der US-Sender CNN hatte am Dienstag zuerst darüber berichtet. Der Schritt dürfte die Wiedereröffnung der für den Transport von Öl und Flüssigerdgas (LNG) bedeutsamen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman erschweren.

Die Exporte durch die Wasserstraße vor der iranischen Küste sind infolge des am 28. Februar von den USA und Israel begonnenen Krieges praktisch zum Erliegen gekommen. Dies hat zu einem Anstieg der weltweiten Energiepreise beigetragen.

Das iranische Militärkommando drohte mit erheblichen Auswirkungen auf den Ölpreis, ohne jedoch Details zu nennen. “Machen Sie sich auf einen Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel gefasst”, sagte der Sprecher des Militärkommandos, Ebrahim Solfaghari, an die USA gerichtet. “Denn der Ölpreis hängt von der regionalen Sicherheit ab, die Sie destabilisiert haben.” Die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI kosteten am Mittwoch rund 93 Dollar beziehungsweise 89 Dollar je Barrel.

Der Iran hat seit Langem angekündigt, als Vergeltung für einen Militärangriff die Meerenge zu verminen. Etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen wird normalerweise durch die Straße von Hormuz transportiert. An ihrer engsten Stelle ist sie 33 Kilometer breit. Die schiffbaren Passagen in beide Richtungen sind nur drei Kilometer breit. Die zentrale Fahrrinne gilt als internationale Schifffahrtsstraße. Dass der Iran in der Lage ist, dort den Schiffsverkehr zu unterbinden, ermöglicht dem Land einen erheblichen Druck auf die USA und ihre Verbündeten.

Trump: USA haben 28 iranische Minenleger angegriffen

Die USA haben nach den Worten von Präsident Donald Trump mehr als zwei Dutzend iranische Minenleger angegriffen. “Wir haben bis jetzt 28 Minenschiffe getroffen”, sagte Trump am Mittwoch zu Reportern bei einer Reise in den US-Bundesstaat Ohio. Zuvor hatte das US-Militär die Zahl der zerstörten Minenleger mit 16 angegeben.

Die US-Marine lehnte es bisher ab, Handelsschiffen Geleitschutz durch die Meerenge zu geben. US-Präsident Donald Trump hatte den Iran am Dienstag aufgefordert, alle in der Meerenge ausgelegten Minen unverzüglich zu entfernen. Andernfalls müsse das Land mit militärischen Konsequenzen rechnen, die er jedoch nicht näher benannte. Am Mittwoch forderte Trump die Ölkonzerne auf, die Straße von Hormuz zu nutzen.

Irans Militärführung hatte zuvor jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel und ihre Partner in der für den weltweiten Erdölhandel wichtigen Straße von Hormuz als legitimes Ziel von Angriffen bezeichnet. Im Persischen Golf und in der Straße von Hormuz waren unterdessen Frachtschiffe von Geschossen getroffen worden. Der Iran bekannte sich zu zwei Angriffen.

“Wir werden niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormuz transportiert wird”, sagte ein Militärsprecher des zentralen Hauptquartiers Khatam Al-Anbiya, das in Kriegszeiten das Kommando übernimmt. “Eure lebenswichtigen Zentren und Stützpunkte werden einer nach dem anderen in dem Feuer brennen, das ihr entfacht habt”, drohte der Militärsprecher weiter. “Und sie werden wieder und wieder brennen.”

US-Armee warnt Bevölkerung vor möglichen Angriffen auf Irans Häfen

Die US-Armee warnte die iranische Bevölkerung ihrerseits vor möglichen Angriffen auf Häfen entlang der Straße von Hormus gewarnt. Das US-Militärkommando für den Nahen Osten (CENTCOM) rief Zivilisten am Mittwoch auf, alle Hafenanlagen an der Meerenge umgehend zu meiden, in denen iranische Seestreitkräfte operierten, wie es in einer im Onlinedienst X verbreiteten Erklärung hieß.

Der Iran nutze “zivile Häfen entlang der Straße von Hormus für militärische Operationen, die den internationalen Schiffsverkehr bedrohen”, hieß es in der CENTCOM-Erklärung. “Zivile Häfen, die für militärische Zwecke genutzt werden, verlieren ihren Schutzstatus und werden nach dem Völkerrecht zu legitimen militärischen Zielen.” Die US-Streitkräfte könnten die Sicherheit von Zivilisten deshalb nicht gewährleisten.

Schiffe von Geschoßen getroffen

Ein Geschoß hat unterdessen ein Frachtschiff in der Meerenge getroffen und einen Brand ausgelöst, meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) am Mittwoch. Im Persischen Golf vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate wurden zwei Massengutfrachter getroffen.

Die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, reklamierten zwei Angriffe auf Schiffe im Meer vor der Südküste für sich. Das Containerschiff “Express Rome”, das nach iranischer Darstellung in israelischem Besitz ist und unter liberianischer Flagge fährt, sei nach Warnungen beschossen und gestoppt worden. Auch der Frachter “Mayuree Naree” unter Flagge Thailands sei attackiert worden, nachdem er “Warnsignale und Aufforderungen” missachtet habe, hieß es in einer im staatlichen Rundfunk veröffentlichten Erklärung.

Dieser sei etwa elf Seemeilen nördlich des Omans getroffen und beschädigt worden, hieß es zuvor von der UKMTO. Zuvor war das unter japanischer Flagge fahrende Containerschiff “One Majesty” von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich 25 Seemeilen nordwestlich von Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ein drittes Schiff, der Massengutfrachter “Star Gwyneth”, wurde Sicherheitsfirmen zufolge etwa 50 Meilen nordwestlich von Dubai getroffen. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am Rumpf beschädigt worden, teilt die auf maritime Risiken spezialisierte Firma Vanguard mit.

Im Zuge des Kriegs zwischen den USA und Israel mit dem Iran geraten Schiffe im Persischen Golf, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn vor eineinhalb Wochen fast komplett zum Erliegen gebracht.

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