Israelische Luftwaffe fliegt neue Einsätze gegen Iran

Iran – Israel greift nach Hisbollah-Angriff Libanon an

Montag, 02. März 2026 | 10:34 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Mit dem Eingreifen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz hat sich der Konflikt um den Iran auf den Libanon ausgeweitet. Als Reaktion auf Raketen- und Drohnenangriffe der Hisbollah auf Israel griff das israelische Militär am Montag Ziele im gesamten Libanon an. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, 31 Menschen seien getötet und 149 verletzt worden. Das israelische Militär verlautbarte, es habe ranghohe Mitglieder der Hisbollah angegriffen.

“Die Hisbollah hat über Nacht einen Feldzug gegen Israel eröffnet und ist für jede Eskalation voll verantwortlich”, sagte der israelische Generalstabschef Eyal Zamir. Hisbollah-Chef Naim Kassim sei unter iranischem Druck zum Angriff auf Israel übergegangen, schrieb der israelische Verteidigungsminister Israel Katz auf der Plattform X. Die Hisbollah werde einen hohen Preis für ihren Angriff auf Israel zahlen.

Die Hisbollah erklärte ihrerseits, die fortgesetzten israelischen Angriffe gäben ihr das Recht, sich “zur geeigneten Zeit und am geeigneten Ort” zu verteidigen. Die schiitische Miliz bezeichnete ihren Angriff als Vergeltung für die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei. Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel im November 2024, dass die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz Israel mit Raketen angegriffen hat.

Israel ordnet Evakuierung von Städten im Libanon an

Das israelische Militär ordnete die Evakuierung von mindestens 50 Städten im Libanon an. Die Bewohner sollen sich einen Kilometer von den Ortschaften entfernen, teilte ein Militärsprecher mit. Die militärische Präsenz Israels an der Grenze zum Libanon wurde verstärkt. Es gebe jedoch keine Pläne für eine unmittelbare Bodenoffensive im Nachbarland, sagte ein Armeesprecher. Die Präsenz israelischer Truppen im Libanon sei nicht ausgeweitet worden. Zuvor hatte ein anderer Militärsprecher erklärt, nach den Raketenangriffen der Hisbollah lägen alle Optionen auf dem Tisch.

Das israelische Militär reagierte auf einen nächtlichen Raketenangriff der Schiiten-Miliz auf Israel. Augenzeugen berichteten von Explosionen in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut, einer Hochburg der Schiiten-Milz. Zuvor sei ein Geschoss der Hisbollah abgefangen worden, mehrere andere in offenem Gelände niedergegangen, hieß es.

Libanesischer Premier: Beschuss aus Südlibanon unverantwortlich

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete den Raketenbeschuss aus dem Südlibanon auf Israel als “unverantwortliche und verdächtige Handlung, die die Sicherheit des Libanons gefährdet und Israel einen Vorwand liefert, seine Angriffe fortzusetzen.”

Man werde “nicht zulassen, dass das Land in neue Abenteuer hineingezogen wird, und wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Täter zu stoppen und das libanesische Volk zu schützen”, fügte Salam hinzu. Israel und die Hisbollah-Miliz hatten zuletzt bis Ende 2024 Krieg gegeneinander geführt.

Dann trat eine Waffenruhe in Kraft. Das Abkommen sieht unter anderem die Entwaffnung der Hisbollah in mehreren Phasen vor. Eine wichtige Frist dafür lief Ende vergangenen Jahres aber aus. Die Schiiten-Miliz lehnt diesen Schritt weiterhin ab. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen das Abkommen vor.

Raketentrümmer stürzen auf Schiff in Bahrain

In Bahrain stürzten indes Trümmer einer von der Luftabwehr abgefangenen Rakete auf ein Schiff und lösten ein Feuer aus. Dabei kam ein aus Asien stammender Arbeiter ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt, wie das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf auf der Plattform X mitteilte. Der Brand in einem Hafengebiet nahe der Hauptstadt Manama sei inzwischen gelöscht worden.

Der Iran greift im Rahmen seiner Gegenangriffe US-Verbündete und amerikanische Stellungen in der Region an. Bahrain ist unter anderem der Hauptsitz der US-Marine im Nahen Osten. Dort ist die sogenannte Fünfte Flotte der Marine beheimatet. Am Samstag war bei einem iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain Sachschaden entstanden.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen