Von: APA/dpa/Reuters/AFP
Der Iran hat eine Antwort auf die US-Forderungen für ein Kriegsende übermittelt. Teheran habe seine “Forderungen und Ansprüche” ausgearbeitet und diese den Vermittlern mitgeteilt, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna. Die US-Forderungen bezeichnete Baghai demnach als “überzogen und inakzeptabel”. Verhandlungen seien mit Ultimaten und Drohungen unvereinbar. Der Sprecher bezog sich auf einen 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende.
Bereits zuvor hatte der Iran darauf geantwortet. Unter anderem Pakistan vermittelt zwischen Teheran und Washington.
US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Teheran am Sonntag erneut gedroht, sollte diese bis Dienstagabend 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ am Mittwoch) nicht einlenken. “Öffnet die verdammte Straße (von Hormuz), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen”, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Revolutionsgarden schließen vollständige Öffnung der Straße von Hormuz aus
Irans Revolutionsgarden bereiten indes nach eigenen Angaben neue Regelungen für die de facto geschlossene Straße von Hormuz vor – und schließen eine vollständige Öffnung der Meerenge aus. Die Lage in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormuz werde “niemals wieder zu ihrem früheren Zustand zurückkehren, insbesondere für die USA und Israel”, erklärten die Seestreitkräfte der Revolutionsgarden im Onlinedienst X. Derzeit würden die “Vorbereitungen für den Plan zur neuen Ordnung im Persischen Golf” abgeschlossen.
Iranische Abgeordnete hatten in den vergangenen Wochen vorgeschlagen, Mautgebühren und Steuern für Schiffe zu erheben, welche die wichtige Wasserstraße passieren. Die staatliche Nachrichtenagentur des Oman teilte am Sonntag mit, dass der Iran und Oman Gespräche über eine Erleichterung der Durchfahrt durch die Meerenge geführt hätten.
Unterdessen durfte ein weiteres türkisches Frachtschiff die Straße von Hormuz passieren. Damit konnten seit Beginn des Krieges insgesamt drei Schiffe mit türkischem Besitzer die wichtige Meerenge durchfahren, wie der türkische Verkehrsminister Abdülkadir Uraloglu auf X schrieb. Das sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen. Das Schiff habe die Meerenge in der Nacht passiert. Er habe Rohöl geladen und sei vom Irak aus unterwegs nach Malaysia. Acht weitere Schiffe mit türkischem Besitzer warteten noch auf die Durchfahrt.
Vorschlag für 45 Tage Waffenruhe
Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hieß es am Montag, man habe den USA und dem Iran einen Plan für eine 45-tägige Waffenruhe vorgelegt, in deren Rahmen Friedensgespräche geführt und ein endgültiges Abkommen vorgeschlagen werden solle. In den Kontakten über Nacht hätten die USA darauf bestanden, dass der Iran vor der Verkündung einer Waffenruhe die Straße von Hormuz öffne.
Diese Bedingung wiederum habe Teheran zurückgewiesen. Es gebe einen ständigen Austausch von Nachrichten über den pakistanischen Armeechef und Außenminister Ishaq Dar. Auch andere Vermittler wie Riad, Kairo und Ankara seien einbezogen. Der Iran wolle die Straße von Hormuz nicht vor einem dauerhaften Abkommen öffnen.
Pakistanische Behördenvertreter sagten, dies sei die letzte Runde an Bemühungen vor möglicherweise noch schlimmeren US-Bombenangriffen auf den Iran. Die Erfolgsaussichten schätzten sie als gering ein.




Aktuell sind 4 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen