Irans Außenminister warnt andere Staaten vor einem Eingreifen

Iran warnt andere Länder vor Ausweitung des Krieges

Sonntag, 15. März 2026 | 12:31 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Irans Außenminister Abbas Araghchi hat andere Länder vor Maßnahmen gewarnt, die zu einer Ausweitung des Krieges seines Landes gegen die USA und Israel führen könnten. Er wies auch Gerüchte über den Gesundheitszustand des neuen obersten Führers seines Landes, Mojtaba Khamenei, zurück. Khamenei erfreue sich bester Gesundheit und habe die Lage im Griff, sagte Araghchi laut der Nachrichtenagentur Irna. Es gebe auch keine Spaltung innerhalb der Regierung oder des Militärs.

Die USA hatten am Freitag mitgeteilt, dass Khamenei nach ihren Kenntnissen verletzt sei. Details wurden nicht genannt. Seit seiner Ernennung zum obersten Führer im Iran vor einer Woche hat sich Mojtaba Khamenei nicht öffentlich gezeigt. In einer ersten Stellungnahme, die im Staatsfernsehen verlesen wurde, forderte er Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel.

In einem Telefonat mit dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot forderte Araghchi am Sonntag nach Angaben seines Ministeriums andere Staaten auf, “von jeder Aktion abzusehen, die zu einer Eskalation und Ausweitung des Konflikts führen könnte”.

Seine Äußerungen erfolgten, nachdem US-Präsident Donald Trump am Samstag gefordert hatte, andere Staaten sollten Kriegsschiffe zum Schutz der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormuz entsenden. Trump nannte unter anderem China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien.

US-Verbündete reagieren zurückhaltend auf Trumps Forderung

Wichtig sei nun, “den Konflikt zu deeskalieren”, sagte der britische Minister für Energiesicherheit, Ed Miliband, am Sonntag der BBC. Zuvor hatte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärt, London berate derzeit mit seinen Verbündeten und Partnern über “Optionen zur Sicherung der Schifffahrt in der Region”.

Aus Japan kam am Sonntag eine abwehrende Reaktion. Ein Regierungsvertreter betonte, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entsendung japanischer Marineschiffe seien “extrem hoch”. Die Lage müsse angesichts des andauernden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran zudem “mit großer Vorsicht betrachtet werden”.

Ein Vertreter des südkoreanischen Präsidialamts sagte am Sonntag, Seoul verfolge Trumps Äußerungen genau und werde “das Thema in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten”. Die Regierung erwäge “verschiedene Maßnahmen” um die Energie-Lieferrouten zu sichern.

US-Präsident droht weitere Angriffe auf Ölinsel Kharg an

Trump drohte unterdessen in einem Telefoninterview des Senders NBC News mit weiteren Angriffen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg. Das US-Militär hatte am Samstag nach seinen Angaben auf der Insel Militäranlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, zu bewegen.

Laut der US-Armee wurden mehr als 90 Militärziele getroffen, ohne dass dabei die Ölinfrastruktur beschädigt wurde. Trump sagte nun dem Sender NBC News nach dessen Angaben, die Angriffe hätten die Insel Kharg “vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spaß”.

Iran meldet Drohnenangriff auf Polizei-Spezialeinheit in Israel

Die iranische Armee griff indes nach eigenen Angaben das Hauptquartier einer israelischen Polizei-Spezialeinheit sowie ein Zentrum für Satellitenkommunikation in Israel mit Drohnen an. Ziel des Angriffs seien israelische “Sicherheitszentren und Polizei-Hauptquartiere” gewesen, hieß es in einer am Sonntag von der Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung der Armee.

Die “mächtigen Drohnen-Angriffe” richteten sich demnach unter anderem gegen die Polizei-Spezialeinheit Lahav 433 sowie das Satelliten-Kommunikationszentrum Gilat Defence.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung in Teheran getötet. Der Iran greift seitdem Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion mit Raketen- und Drohnen an.

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