Von: APA/dpa/Reuters
Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben am Sonntag neue Angriffe auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion geflogen. “Vor wenigen Minuten haben Piloten der Luftstreitkräfte der Islamischen Republik Iran in mehreren Operationsphasen erfolgreich US-Stützpunkte in den Ländern am Persischen Golf und in der Region Kurdistan im Irak bombardiert”, erklärte die iranische Armee im Staatsfernsehen. Mehrere Städte in der Region wurden in der Früh von Explosionen erschüttert.
In Israel ertönte in verschiedenen Landesteilen Sirenenalarm, erklärte das israelische Militär. Es seien aus dem Iran in Richtung Israel abgefeuerte Raketen identifiziert worden. Die Luftwaffe sei im Einsatz, um diese abzufangen und Bedrohungen abzuwehren. Über Jerusalem waren Explosionen zu hören.
Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Journalist berichtete. Auch in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrains Hauptstadt Manama waren Detonationen zu hören.
In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, wurde nach Angaben des Medienbüros von Abu Dhabi eine Frau und ihr Kind leicht verletzt, als Trümmer einer abgefangenen Drohne die Fassade eines Gebäudes der Etihad Towers trafen. An dem Wahrzeichen der Stadt entstand geringer Sachschaden, hieß es weiter auf X. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, keine Gerüchte zu verbreiten und Informationen nur aus offiziellen Quellen zu beziehen.
Öltanker vor Küste Omans angegriffen
Vor der Küste des Golfstaats Oman wurde indes ein Öltanker angegriffen. Der Tanker “Skylight” sei etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam attackiert worden, meldete die Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit. Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
Der Vorfall ereignete sich nahe der Straße von Hormuz. Die iranische Nachrichtenagentur hatte gestern gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.
Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung könnte die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.
Staatsmedien im Oman berichteten zudem von zwei Drohnen, die einen Hafen ins Visier genommen hätten. Ein Arbeiter sei verletzt worden. Die US-Botschaft im Oman rief Mitarbeiter und US-Bürger am Sonntag dazu auf, sich angesichts der aktuellen Lage in Sicherheit zu bringen.
Dubai meldet Schäden und Verletzte bei Drohnenabwehr
In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emirate wurden bei der Abwehr von Drohnenangriffen zwei Menschen verletzt. Trümmerteile seien in die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Explosionsgeräusche in der Stadt seien auf Abfangraketen zurückzuführen, hieß es weiter.
Bereits am Samstag war es im Zuge der aktuellen Eskalation zu einem Feuer am bekannten Luxushotel Burj al Arab gekommen. In Behördenangaben war von einem “kleinen Brand” die Rede. Ein Video zeigte aber, dass es an der Außenwand des mehr als 300 Meter hohen Wolkenkratzers über mehrere Stockwerke hinweg brannte.
Israel: Dutzende iranische Raketenabschussrampen zerstört
Seit Beginn der Angriffe auf den Iran zerstörte die israelische Armee nach eigenen Angaben Dutzende Raketenabschussrampen. Ein israelischer Armeesprecher sagte, zu Beginn des letzten Kriegs gegen den Iran im vergangenen Juni habe Teheran über gut 3.000 ballistische Raketen verfügt. Dieses Arsenal sei damals etwa halbiert worden.
“Inzwischen haben sie es wieder aufgefüllt, sodass es nun wieder bei rund 2.500 liegt – und die Zahl steigt”, sagte der Militärsprecher. Seit Beginn des jüngsten Schlagabtauschs habe der Iran Hunderte Raketen auf Israel sowie andere Länder in der Region abgefeuert.
Teheran strebe danach, ein deutlich größeres Arsenal aufzubauen, sagte er. Er nannte die Zahl von rund 8.000 ballistischen Raketen. Ein Ziel der gegenwärtigen Operation sei, dies zu verhindern. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Trump warnt: “Sie sollten das lieber nicht tun”
US-Präsident Donald Trump warnte den Iran vor einer harten Reaktion. “Wenn sie das machen, werden wir sie härter treffen als jemals zuvor”, sagte er in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit). “Sie sollten das lieber nicht tun.”
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die Angriffe seines Landes gegen den Iran als “tödlichsten, komplexesten und präzisesten Lufteinsatz der Geschichte”. Als Kriegsziel gab Hegseth die Zerstörung des Raketenprogramms sowie der Marine des Iran an. Auch werde das Land nie eine Atomwaffe besitzen. “Die Vereinigten Staaten haben diesen Konflikt nicht begonnen, aber wir werden ihn beenden.”




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