Iran will bombardierte Mädchenschule in Museum umwandeln

Israel plant wochenlangen Krieg – Iran greift Dubai an

Montag, 16. März 2026 | 15:24 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

Israel stellt sich auf eine Fortsetzung des Krieges gegen den Iran für mindestens drei weitere Wochen ein. Während die israelische Armee in der Nacht auf Montag Ziele im Iran bombardierte, legten iranische Drohnenangriffe den Flughafen von Dubai vorübergehend lahm und trafen eine wichtige Ölanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Der Konflikt, in den auch die USA involviert sind, geht nun in die dritte Woche.

Die israelische Armee verfügt nach eigenen Angaben über detaillierte Einsatzpläne für die kommenden drei Wochen sowie über weitere Pläne, die darüber hinausreichen. Dies teilte Militärsprecher Nadav Shoshani am Montag mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten des Iran zur Bedrohung Israels massiv zu schwächen. Dabei konzentriere man sich auf die Infrastruktur für ballistische Raketen, Atomanlagen und den Sicherheitsapparat. “Wir wollen sicherstellen, dass dieses Regime so schwach wie möglich ist und dass wir alle seine Fähigkeiten, alle Teile und alle Flügel seines Sicherheitsapparats schwächen”, sagte Shoshani. Die Armee, die mehr als 110.000 Reservisten mobilisiert hat, habe noch Tausende von Zielen im Iran im Visier.

Der Iran signalisierte seinerseits Härte. Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die Führung in Teheran habe weder um einen Waffenstillstand gebeten noch Nachrichten mit den USA ausgetauscht. Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten Ziele in Tel Aviv sowie US-Militärstützpunkte in Abu Dhabi und Bahrain angegriffen. In Israel heulten die Sirenen wegen anfliegender Raketen.

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran wurden nach Regierungsangaben mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört. Allein in der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran seien Schäden an 18.180 Wohnungen und Geschäftseinheiten entstanden, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani am Montag bei einer Pressekonferenz.

Bedrohung für den Weltraum? Israel zerstört Anlage in Teheran

Im Iran berichteten staatliche Medien indes von fünf Toten und sieben Verletzten bei nächtlichen Angriffen in der Provinz Markazi. Auch eine Bubenschule in der Stadt Khomeyn sei getroffen worden. Bei einem israelischen Luftangriff in Teheran wurde iranischen Angaben zufolge ein Gebäude der städtischen Stromwerke bombardiert. Das Verwaltungsgebäude im Stadtteil Shohada sei getroffen worden, berichtete das staatliche TV-Netzwerk SNN. Mehrere Mitarbeiter und Ingenieure kamen demnach ums Leben.

Israels Luftwaffe zerstörte Armeeangaben zufolge auch eine Anlage in Teheran, in der der Iran Fähigkeiten für Angriffe auf Satelliten im Weltraum entwickelt haben soll. Die von Irans Regierung genutzte Einrichtung sei deshalb “eine Bedrohung für Israels Satelliten sowie Weltraumressourcen anderer Länder” gewesen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Über sein eigenes Raumfahrtprogramm hatte Teheran in der Vergangenheit erklärt, dass es keinerlei militärische Ziele verfolge. Da das Programm jedoch von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gelenkt und ausgeführt wird, gibt es international Zweifel an dieser Darstellung. Israels Armee warf dem Land nun vor, seit Jahren “erhebliche Mittel in die Entwicklung seiner Fähigkeiten zur Kriegsführung im Weltraum” zu investieren. Teheran wolle auf diese Weise die regionale und internationale Stabilität untergraben. Das israelische Militär sprach von einem “bedeutenden Schlag im Herzen Teherans”.

Auf dem getroffenen Gelände wurde den Angaben zufolge auch der Satellit “Chamran-1” entwickelt, den der Iran im Herbst 2024 in die Erdumlaufbahn brachte. Laut dem Land handelte es sich auch dabei um einen Forschungssatelliten mit ausschließlich wissenschaftlichen Zielen. Die Islamische Republik hat bereits öfter Satelliten in den Weltraum befördert, um eigenen Angaben zufolge Daten über Wetter, Naturkatastrophen und Landwirtschaft zu gewinnen.

Angriff auf US-Militärstützpunkt im Irak

Eine mit dem Iran verbündete Miliz griff unterdessen nach eigenen Angaben einen US-Militärstützpunkt im Irak an und tötete dabei sechs US-Soldaten. Vier weitere US-Soldaten seien bei dem Raketenangriff auf die Militärbasis in der Nähe des Flughafens von Bagdad schwer verletzt worden, teilte die Miliz Saraya Awliya al-Dam mit. Vom US-Militär gab es zunächst keine Informationen zu dem Vorfall.

Das Medienbüro der irakischen Streitkräfte erklärte, es habe am Sonntagabend Angriffe mit fünf Raketen auf die Gegend rund um den Flughafen gegeben. Mehrere Sicherheitskräfte, Flughafenmitarbeiter und ein Ingenieur seien verletzt worden. Einige der Raketen seien auf dem Flughafengelände niedergegangen.

Nahostkrieg legt Flugdrehkreuz Dubai lahm

Ein Drohneneinschlag setzte am Flughafen Dubai ein Treibstofflager in Brand und legte den Luftverkehr stundenlang lahm. Am Montagvormittag durften dann wieder erste Flieger starten und landen, wie die Regierung auf X mitteilte. Zuvor hatten Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle gebracht, es gab nach Behördenangaben keine Verletzten.

Dubai gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Airport dort -normalerweise eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze – ist wegen des Iran-Kriegs und der Gegenangriffe Teherans auf Staaten in der Golfregion ohnehin massiv betroffen. Schon vor der jüngsten Attacke galt kein regulärer Flugplan.

Saudi-Arabien fing in der Nacht mehr als 60 Drohnen im ölreichen Osten des Landes ab. Die Drohnen seien zerstört worden, erklärte das Verteidigungsministerium. Im Osten des Königreichs liegen um Abqaik die größten Ölfelder und -anlagen des Landes, die im Krieg mit dem Iran schon mehrfach Ziel von Angriffen wurden.

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