Von: APA/dpa/Reuters
Im von Israel besetzten Westjordanland und im Gazastreifen haben israelische Streitkräfte Gesundheitsbehörden zufolge am Sonntag 16 Palästinenser getötet. In Gaza wurden bei einem Luftangriff ein ranghoher Polizeibeamter und acht weitere Polizisten getötet. Der Angriff habe ihrem Fahrzeug nahe der Stadt Suwayda gegolten. Im Westjordanland wurde eine vierköpfige Familie in ihrem Auto getötet. Zuvor waren bei einem weiteren Luftangriff in Gaza drei Menschen ums Leben gekommen.
Im Westjordanland seien eine Mutter, ein Vater und zwei ihrer Kinder getötet worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Die 35-jährige Mutter, der 37-jährige Vater sowie ihre fünf und sieben Jahre alten Kinder seien im Dorf Tammun in den Kopf geschossen worden, als sie in ihrem Auto fuhren. Zwei weitere Kinder des Paares seien verletzt worden.
Das israelische Militär erklärte, dass Streitkräfte in dem Dorf im Einsatz waren, um Palästinenser festzunehmen, die wegen Beteiligung an “terroristischen” Aktivitäten gegen Sicherheitskräfte gesucht würden. Dabei sei ein Fahrzeug beschleunigt auf die Einsatzkräfte zugefahren, die das Feuer eröffnet hätten.
Außerdem wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen im westlichen Gebiet von Nuseirat drei Menschen getötet – ein Mann, seine schwangere Frau und ihr Sohn. Im Gazastreifen gilt seit Oktober eine Waffenruhe. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 36 Palästinenser getötet. Seit Oktober seien fast 670 Menschen durch israelischen Beschuss ums Leben gekommen. Israel gab an, dass im gleichen Zeitraum vier Soldaten von Palästinensern im Gazastreifen getötet wurden.
Grenzübergang Rafah öffnet Mittwoch für Personen
Wie die für palästinensische Zivilangelegenheiten zuständige israelische Militärbehörde COGAT Sonntagabend mitteilte, öffnet am Mittwoch der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten für einen begrenzten Personenverkehr in beide Richtungen. Der Übergang war zu Beginn des Krieges gegen den Iran geschlossen worden.
Menschenrechtsgruppen und Sanitätern zufolge nutzen israelische Siedler im Westjordanland die während des US-israelischen Krieges gegen den Iran verhängten Bewegungseinschränkungen für ihre Angriffe auf Palästinenser. Militärische Straßensperren verhinderten, dass Krankenwagen die Opfer schnell erreichen könnten.
Allein seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar haben Siedler nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mindestens fünf Palästinenser im Westjordanland getötet. Bereits zuvor hatten die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser drastisch zugenommen, zahlreiche Menschen wurden getötet.
Die israelische Regierung unter Benjamin Netanyahu betreibt seit langem eine intensive Siedlungspolitik und hat auch während des Krieges im Gazastreifen den Bau von Wohneinheiten im Westjordanland massiv vorangetrieben. Diese Siedlungen auf palästinensischem Gebiet verstoßen gegen das Völkerrecht, Israels Vorgehen wird von zahlreichen Staaten scharf kritisiert.




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