Von: APA/dpa
Israels Militär hat eigenen Angaben zufolge trotz aktuell herrschender Waffenruhe neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in mehreren Gegenden im Südlibanon begonnen. Die israelische Armee nehme dabei “Terrorinfrastruktur der Hisbollah” ins Visier, teilte sie Mittwochvormittag mit. Details wurden zunächst nicht genannt. Zuvor hatte Israels Armee die Bewohner mehrerer Orte im Süden des Nachbarlandes aufgerufen, diese zu verlassen, um dort gegen die Hisbollah vorzugehen.
Solche Fluchtaufforderungen gibt Israels Militär immer wieder vor anstehenden Angriffen heraus. Im Libanon wurden unterdessen mehrere israelische Angriffe im Süden des Landes gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von zahlreichen Angriffen in mehreren Gebieten im Süden und auch nahe der Küstenstadt Tyrus.
Auf einer Autobahn nahe dem Küstenort Jiyeh, rund 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Beirut, wurden den Angaben zufolge zwei Fahrzeuge von israelischen Luftangriffen getroffen. Angaben zu Opfern gab es zunächst nicht. Lokale Medien berichteten darüber hinaus von weiteren Angriffen auf Fahrzeuge auch im weiteren Süden des Landes. Israels Armee äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten.
Am Dienstag wurden bei israelischen Attacken nach Angaben des Gesundheitsministeriums 13 Menschen getötet und 16 weitere verletzt. Allein bei einem Angriff auf Nabatijeh seien fünf Menschen getötet worden, teilte das Ministerium mit.
Hisbollah feuert Raketen auf israelische Soldaten
Israels Armee teilte mit, sie habe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 40 Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Süden des Nachbarlandes angegriffen, darunter Waffenlager. Die Hisbollah habe außerdem mehrere Raketen in Richtung israelischer Soldaten im Südlibanon gefeuert. Verletzte habe es dabei nicht gegeben. Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe auf israelische Stellungen im Südlibanon für sich.
Trotz der Feuerpause kommt es täglich zu gegenseitigen Angriffen, Israel und die Hisbollah werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei.
Die aktuelle Waffenruhe dürfte in den kommenden Tagen auslaufen, sollte sie nicht wieder verlängert werden. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump die Feuerpause am 23. April nach einem Treffen der Botschafter der verfeindeten Länder Israel und Libanon im Weißen Haus verlängert. Eine weitere Gesprächsrunde zwischen Vertretern der beiden Staaten ist für Donnerstag und Freitag in den USA geplant.




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