Migrantenanteil liegt bei 9,6 Prozent

Jahrbuch zur Einwanderung 2020 vorgestellt

Mittwoch, 28. Oktober 2020 | 12:56 Uhr

Bozen – In Südtirol lebten Ende 2019 insgesamt 50.963 ausländische Personen. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 9,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der ausländischen Staatsbürger um 630 und damit um 0,1 Prozent zugenommen.

Diese aktuellen Daten zur Einwanderung in Italien und in Südtirol beinhaltet das druckfrische Statistische Jahrbuch zur Einwanderung 2020 (Dossier Statistico Immigrazione). Vorgestellt wurde es heute im Landhaus in Bozen durch den Direktor im Landesamt für Weiterbildung (in dem die Koordinierungsstelle für Immigration des Landes angesiedelt ist), Martin Peer, und die beiden Referenten für Südtirol des Forschungsinstituts IDOS ( Centro Studi e Ricerche Immigrazione Dossier Statistico), Fernando Biague und Matthias Oberbacher. Das Jahrbuch, das in ganz Italien am selben Tag präsentiert wird und in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, ermöglicht einen umfassenden Blick auf die Immigrationsentwicklung bis 2020 ermöglicht.

In Südtirol 9,6 Prozent ausländische Staatsbürger 

Einblick in die Situation in Südtirol gab heute Matthias Oberbacher. Demnach liegt der Anteil ausländischer Staaatsbürger in Südtirol höher als der europäische und italienische Durchschnitt, deutlich aber unter jenem des Nachbarlands Tirol mit 16 Prozent.

Ein Drittel der Ausländer in Südtirol kommen aus EU-Staaten, rund 30 Prozent aus europäischen Nicht-EU-Staaten, 19 Prozent aus Asien und 14 Prozent aus Afrika. Nach wie vor stellen die Albaner mit rund 6000 Personen die größte Gruppe, gefolgt von Deutschen, Pakistanern, Marokkanern und Rumänen. Von den nicht europäischen Personen besaßen Ende 2019 etwas mehr als 57 Prozent eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für die Europäische Union.

Stabil ist mit 700 bis 800 und einem Anteil von 14 bis 15 Prozent die Anzahl der Geburten. Relativ hoch ist der Anteil der Ausländer mit über 20 Prozent an der minderjährigen Bevölkerung in Südtirol. So ist die ausländische Bevölkerung ist im Schnitt jünger als die inländische:  68,8 Prozent sind jünger als 44 Jahre, nur 4,4 Prozent älter als 65. In Südtirol leben weiterhin mehr ausländische Frauen (52,4 Prozent) als Männer. Die in Südtirol lebenden Ausländer und Ausländerinnen arbeiten vor allem im Dienstleistungsbereich (68,2 Prozent im Vergleich zu 71 Prozent der Arbeitnehmer mit italienischer Staatsbürgerschaft).

Unter den Folgen der Corona-Krise haben auch ausländische Arbeitnehmende zu leiden. Am deutlichsten zu bemerken sind die Auswirkungen in der Tourismusbranche. Laut Landesamt für Arbeitsmarktbeobachtung haben in der Zeit von November 2019 bis April 2020 9,7 Prozent der Frauen und 6,1 Prozent der Männer aus anderen Ländern ihre Arbeitsstelle verloren, unter den einheimischen Arbeitnehmenden waren es 2,1 beziehungsweise 1,6 Prozent.

Weltweite Migration

“Weltweit waren im vergangenen Jahr 2019 272 Millionen Personen unterwegs”, schilderte Fernando Biague die internationale Situation. Auf 30 Weltenbewohner komme damit ein Migrant. Die Anzahl der Migranten ist in den vergangenen zwei Biennien jeweils um 14 Millionen angestiegen: Waren es 2015 noch 244 Millionen, so stieg ihre Zahl 2017 auf 258 an. Europa steht als Gastland mit 89,2 Millionen Migranten an der Spitze, gefolgt von Asien (77,5 Mio.), Amerika (fast 70 Mio.) und Ozeanien (8,7 Mio.). Den 79,5 Millionen Flüchtlingen und Asylwerbenden stehen 164 Wirtschaftsmigranten gegenüber.

Migration in Italien

In Italien waren am 31. Dezember 2019 offiziell 5.306.500 ausländische Staatsbürger ansässig (das entspricht einem Plus von 47.100 Personen im Vergleich zum vorhergehenden Jahr). 3,6 Millionen sind nicht EU-Bürger. Mit 1,2 Millionen stellen die rumänischen Eiwanderer die großte Gruppe. Es folgen die Albaner (440.854), die Marokkaner (432.458) und die Chinesen (305.089).

Die Zahl der Erwerbstätigen mit ausländischer Staatsbürgerschaft beläuft sich auf 2.505.000 Personen (50.000 mehr als im Vorjahr). Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen hat um 2000 zugenommen und liegt bei 402.000. Die Beschäftigungsquote der Ausländer beträgt somit 61 Prozent.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Jahrbuch zur Einwanderung 2020 vorgestellt"


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Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Alles gut und recht, aber mittlerweile stärker als die Ladiner in unserem Land. Und nachdem sich von diesen 10% die wenigsten der deutschen Sprachgruppe zugehörig fühlen werden, wohl klar, zu welchen Gunsten sich der Proporz verschieben wird.
Was dem Faschismus nicht gelungen ist, gelingt nun klammheimlich einem neuen Phänomen. Quo vadis Tyrolia ad Athesim?

genau
genau
Kinig
1 Monat 1 Tag

Die Ladiner😄
Flieh schnell über die Grenze. 🙈🙈

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 1 Tag

Leider ist es so, zudem scheinen Personen welche die Staatsbürgerschaft haben hier gar nicht mehr auf.
Es braucht unbedingt mehr deutsche Kindergärten und Schulen, oft haben sie auch keine Wahl.

Rapunzel
Rapunzel
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Wenn jemand die italienische Staatsbürgerschaft möchte, muss er einen Sprachtest in italienisch machen. Deutsch wird nicht anerkannt. Welche Sprache würdet Ihr als Ausländer lernen? Klar das sich der Proporz verschiebt.

Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Des isch viel zu wenig. Mir brauchn viel mer einwanderer und Steuerzohler für die Zukunft.

traktor
traktor
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

eieier@
du glaubst die zahlen deine pension??

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@traktor
die paar hunderte in den Flüchtlingszentren (noch) nicht, aber die TAUSENDE von Putzpersonal, badanti, Pfleger, Gastronomieangestellte, und, und, und…. zahlen sehr wohl Steuern und Pension. Und abgesehen davon, verdanken wir tausende Ausländer, dass viele wichtige Dienstleistungen überhaupt noch gewährleistet sind.

Faktenchecker
1 Monat 1 Tag

Noch viel zu wenige um unsere Pensionen zu retten.

Ach ja: “Es werden auf keinen Fall Kommentare toleriert, die andere wegen ihrer
Rasse, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters,
ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder
ihrer Weltanschauung diskriminieren.”

Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

@faktenchecker
Sie haben es entweder immer noch nicht kapiert, oder Sie unterschlagen wohl die Wahrheit: denn die Mär von den Pensionszahlern ist längst schon widerlegt und das mit wissenschaftlichen Studien und Berechnungen, denn genauso Sie können nicht sagen, was in 50 Jahren der Fall sein wird, oder kennen Sie alle Einflussfaktoren?
Denn Sie haben mit Sicherheit in den Berechnungen von vor 20 Jahren die Pandemie und den Klimawandel eingerechnet. So wie Deutschland 2010 natürlich den Flüchtlingsstrom des Jahres 2015 bereits eingeplant hatte bezüglich des Bedarfs an LehrerInnen für die 20erjahre des 21. Jahrhunderts?

Faktenchecker
1 Monat 1 Tag

“In den Augen von Antonella Mucca ist Italien in eine demografische Krise geschlittert. Eine Geburtenkrise, wie sie kein anderes europäisches Land erlebt hat. «Früher kam es vor, dass ich in einer Schicht sechs Babys auf die Welt holte», erzählt die Hebamme. Sie hat vor 32 Jahren angefangen, in den Kreisssälen von Spoleto und Foligno, zwei Städten in der zentralitalienischen Region Umbrien, zu arbeiten. Heute gibt es Tage, an denen in diesen Krankenhäusern kein einziger erster Schrei erklingt. ”

https://www.nzz.ch/international/italien-die-geburtenrate-ist-auf-einem-tiefpunkt-angelangt-ld.1564350?reduced=true

https://www.laenderdaten.info/Europa/Italien/bevoelkerungswachstum.php

Kingu
Kingu
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag
Eigentlich beweist ja selbst der Artikel, dass die dazu gewanderten Leute beim besten Willen nicht die höchste Beschäftigung aufweisen. Wenn um die 60 % arbeiten und der Rest nicht, dann wird allein die Wertschöpfung dieser aufgebraucht, um die anderen 40 % zu versorgen und wehe jemand, der Arbeitenden kommt in den Genuss von irgendwelche Zulagen oder Unterstützungen, dann geht sich die Rechnung nie auf. Ich bin zum Glück komplett finanziell unabhängig und selbst wenn das Pensionssystem durch die Utopie deinesgleichen zusammenbricht, werde ich mich noch selbst im Alter erhalten können. Viele werden wahrscheinlich auf schmerzlicher Weise erfahren müssen, dass der… Weiterlesen »
neidhassmissgunst
1 Monat 1 Tag

Der Bereich von 10% ist auch ok und nützlich.
Besonders der Nachwuchs ist eine Investition egal ob bei Einheimischen, gemischten Ehen oder Ausländern. Nur eine Sache muss besser klappen, nämlich der Straßenvagabundismus in den Städten. Jeder muss Arbeit und Unterkunft haben. Talferbrücke Nr.1 gilt nicht als Wohnadresse.  

elmar
elmar
Superredner
1 Monat 1 Tag

und  rechnen wie die ilegalen dazu sind es sicher 30 Prozent

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
1 Monat 1 Tag

Diejenigen denen bereits die italienische Staatsangehörigkeit zugesprochen wurde,werden hier nicht mehr mitgezählt.Sind auch nicht wenige

meilenstein
meilenstein
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Do konn man leimer in Kopf schütteln.

planB
planB
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Wird vermutlich ein sehr sehr dickes Buch sein.

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

warte nur, Klimawandel und Corona werden dieses Buch einige Kapitel dicker machen!

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