Stauder stellt Anfrage

Josefitag: Wiedereinführung bleibt weiter offen

Mittwoch, 11. März 2026 | 11:54 Uhr

Von: mk

Bozen – Der SVP-Fraktionsvorsitzende Harald Stauder hat mit einer Landtagsanfrage den aktuellen Stand zur möglichen Wiedereinführung des Josefitages als gesetzlichen Feiertag erhoben. In ihrer Antwort informierte Landesrätin Magdalena Amhof über die bisherigen Schritte und Gespräche in dieser Angelegenheit.

Wie Amhof im Landtag erklärte, war das Thema in den vergangenen Jahren mehrfach Gegenstand politischer Initiativen, darunter Beschlussanträge, Begehrensanträge und Landtagsanfragen. Zudem fanden Gespräche mit Südtiroler Parlamentariern in Rom sowie mit Vertretern der italienischen Regierung statt.

Auch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen wurden in den Prozess eingebunden. Diese hatten bis zum 15. Dezember 2024 Gelegenheit, Vorschläge und Anregungen zur möglichen Vorgangsweise einzubringen. Aus den eingegangenen Rückmeldungen gehe hervor, dass eine Wiedereinführung des Josefitages grundsätzlich nur dann Zustimmung finden könnte, wenn dafür ein bereits bestehender Feiertag abgeschafft wird. Während einige Organisationen einen solchen Tausch befürworten würden, sehen andere hingegen keinen Vorteil oder keine Notwendigkeit für einen zusätzlichen Feiertag.

Wie Amhof betonte, wäre die Abschaffung eines bestehenden Feiertages nur im Konsens möglich. Aufgrund unterschiedlicher Interessen und Einschätzungen gestalte sich eine entsprechende Einigung derzeit jedoch schwierig.

Parallel dazu wurde das Anliegen auch auf staatlicher Ebene aufgegriffen. Im Zuge der parlamentarischen Behandlung eines Gesetzesvorschlags zur Einführung eines Feiertages zu Ehren des heiligen Franziskus brachten die Südtiroler Parlamentarier einen Änderungsantrag ein, der die Wiedereinführung des Josefitages vorsah. Laut Rückmeldungen aus Rom hätte dieser Antrag jedoch voraussichtlich keine Mehrheit gefunden. „Niemand war grundsätzlich dagegen, aber man wollte keine neue politische Diskussion eröffnen. Bei einer Annahme hätten möglicherweise auch andere Forderungen nach zusätzlichen Feiertagen gestellt werden können, mit entsprechenden Kostenfolgen“, erklärte Amhof.

Der Änderungsantrag wurde daher noch vor Beginn der Sitzung zurückgezogen, um die Möglichkeit eines Tagesordnungsantrags offen zu halten. Dieser wurde schließlich als Empfehlung angenommen. Darin wird die Regierung aufgefordert zu prüfen, ob einige der mit dem Gesetz Nr. 54 von 1977 abgeschafften religiösen Feiertage – darunter insbesondere der Josefitag – wieder als gesetzliche Feiertage eingeführt werden könnten.

Bezirk: Bozen

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