Von: mk
Bozen – Bekanntlich hat das Parlament in Rom die Regeln für den Sexualkundeunterricht geändert. So wurde vorgesehen, dass dieser an Kindergärten und Grundschulen gar nicht mehr und an Mittel- und Oberschulen nur noch nach vorheriger Zustimmung der Eltern stattfinden darf.
„Dieser Rückschritt kann nicht gutgeheißen werden“, kritisiert Michael Reiner, Leiter der Jugendberatungsstelle Young+Direct des Südtiroler Jugendrings (SJR). Aus der langjährigen Beratungstätigkeit sowie Workshoparbeit an Schulen wisse man, dass Jugendliche gerade bei Themen wie Körper, Sexualität, Beziehungen und Gefühlen viele Fragen und Unsicherheiten haben.
Die ASTAT-Jugendstudie 2021 zeigt, dass sich 81 Prozent der Jugendlichen ab 14 Jahren Informationen über Sexualität im Internet beschaffen. Gleichzeitig beobachtet Young+Direct, dass viele Jugendliche Schwierigkeiten haben, Inhalte aus dem Netz kritisch einzuordnen. Dies führe nicht selten zu Fehlinformationen, unrealistischen Vorstellungen und zusätzlicher Verunsicherung.
Der Südtiroler Jugendring betont deshalb die Bedeutung eines fundierten Sexualkundeunterrichts in der Schule.
„Sachliche Informationen, persönliche Ansprechpersonen und die Auseinandersetzung mit Themen wie Respekt, Vertrauen, Grenzen und Verantwortung sind wichtige Voraussetzungen für eine gesunde körperliche und emotionale Entwicklung“, so Reiner.
Darüber hinaus leiste Sexualkundeunterricht einen wichtigen Beitrag zur Prävention sexualisierter Gewalt und zur Sensibilisierung für Grenzverletzungen – sowohl im realen als auch im digitalen Raum.
Der Südtiroler Jugendring hofft daher, dass das Land Südtirol und die Bildungsdirektionen Wege finden, um Sexualkundeunterricht weiterhin ohne Einschränkungen an den Schulen zu ermöglichen.




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