„Rasches, entschiedenes Handeln ist erforderlich“

Jugendring fordert spürbaren Bürokratieabbau

Donnerstag, 04. Juni 2026 | 16:15 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Südtiroler Jugendring (SJR) zieht zur Halbzeit der laufenden Legislaturperiode des Südtiroler Landtags Bilanz und fordert entschlossene Schritte zum Abbau bürokratischer Hürden für Kinder- und Jugendorganisationen. Nach den Landtagswahlen im Oktober 2023 befindet sich der Südtiroler Landtag inzwischen seit rund zweieinhalb Jahren im Amt. Bereits zu Beginn der Legislaturperiode hatte der SJR gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen den Abgeordneten einen umfassenden Anliegenkatalog überreicht – als Orientierung und Auftrag für eine kinder- und jugendfreundliche Politik in Südtirol.

Der Katalog umfasst zentrale Themenbereiche wie Arbeit, Bildung, Familie, Integration und Inklusion, Junges Ehrenamt, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Kinder- und Jugendarbeit, Kinder- und Jugendschutz, kindgerechter Lebensraum und Jugendkultur, leistbares Wohnen, Mobilität, Partizipation sowie psychische Gesundheit.

„In einigen Bereichen konnten durchaus Fortschritte erzielt werden – so etwa beim Bausparen oder bezüglich der Schutzkonzepte. Gleichzeitig bleibt aber noch viel zu tun, um die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Psychische Gesundheit sowie die Integration und Inklusion von jungen Menschen mit Beeinträchtigung sind Themen, die dringend verstärkt anzugehen sind“, äußert sich Katja Oberrauch, Vorsitzende des SJR.

Besonders dringenden Handlungsbedarf sieht der SJR beim Bürokratieabbau. „Die erdrückende Bürokratie führt zunehmend dazu, dass das junge Ehrenamt – und insbesondere die Übernahme von leitenden Funktionen – für junge Menschen immer unattraktiver und risikoreicher wird. Gepaart mit dem demografischen Wandel erleben wir bereits jetzt eine gefährliche Dynamik: Immer weniger junge Menschen müssen immer mehr ehrenamtliche Positionen in verschiedenen Vereinen gleichzeitig stemmen. Das ist langfristig absolut untragbar. Wenn wir hier nicht sofort gegensteuern und den Jungen echte Unterstützung bieten, droht das Vereinsleben vor Ort wegzubrechen“, mahnt Oberrauch.

Aus Sicht des SJR entwickelt sich die Situation derzeit in die falsche Richtung: Der administrative Aufwand nehme laufend zu und erschwere die eigentliche pädagogische und gesellschaftliche Arbeit zunehmend. Die verbleibende Zeit dieser Legislaturperiode solle konsequent dafür genutzt werden, die Verwaltungsabläufe für Kinder- und Jugendorganisationen deutlich zu vereinfachen. „Jede Stunde, die Ehrenamtliche und Mitarbeitende mit Verwaltungsaufwand verbringen, fehlt letztlich in der direkten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wenn Engagement immer stärker durch bürokratische Hürden ausgebremst wird, gefährdet das langfristig die wichtige Arbeit der Kinder- und Jugendorganisationen. Hier braucht es dringend ein Umdenken“, so Oberrauch.

Bezirk: Bozen

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