Von: Sophia Molitor
Bozen – Das jährlich stattfindende Vernetzungstreffen der deutschsprachigen katholischen Jugendverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol, kurz DACHS, fand dieses Jahr vom 20. bis 23. August in Berlin statt. Im Fokus der Diskussionen und Impulse standen die Themen: Geschlechtergerechtigkeit, Gleichstellung und Feminismus.
Allen Verbänden ist das Thema Gendergerechtigkeit ein wichtiges Anliegen. „Gendergerechtigkeit in der Kirche bedeutet, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung und Identität dieselben Möglichkeiten, Verantwortung, Mitgestaltung und Rechte haben“, so Dominik Heiss, 3. Landesleiter von Südtirols Katholischer Jugend (SKJ). Weiters meint er, dass Kirche nur dann Zukunft haben kann, wenn alle Menschen mit ihren Fähigkeiten und Perspektiven willkommen sind und einen Platz finden.
Zur Tagesordnung gehörten gleichermaßen Vorträge von Aurica Jax, Dozentin am Institut für Theologische Zoologie, der Besuch der Bundesstiftung Gleichstellung unter der Leitung von Lisi Maier sowie eine Stadtführung zu queerem und schwarzem Feminismus. Es gab viel Diskussion und Austausch zum Thema christlicher Fundamentalismus im Zusammenhang mit politischer Radikalisierung.
Antifeminismus fördert politische Radikalisierung
Gemeinsam kam man zum Schluss, dass man christlichen Fundamentalismus als eine Bedrohung für die liberale Gesellschaft sieht, da dieser Antifeminismus fördert und eine Tür für politische Radikalisierung öffnet. „Wir wollen durch unsere Jugendorganisationen daran mitarbeiten, eine demokratische und offene Welt mitzugestalten“, so Lisa Quarch, Bundesvorstandsmitglied des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Deutschland.
Elisabeth Wanek vom Bundesvorstand der Katholischen Jugend (KJ) Österreich betont, dass Antifeminismus nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch in der Kirche stattfindet. „Besonders verstärkt Antifeminismus klischeehafte Rollenbilder und begünstigt Gewalt gegen Frauen; dies bestätigt die ansteigende Zahl an Feminiziden und Meldungen von Gewaltakten bei diversen Beratungsstellen. Antifeminismus findet viel zu oft unter christlichem Deckmantel statt“, so Wanek.
Zudem wurde das gemeinsame Engagement im Bereich der Synodalität besprochen. „Der weitere Verlauf des synodalen Prozesses ist für uns keine ferne Rom-Agenda, sondern eine Aufgabe für die kommenden Jahre in unseren eigenen Verbänden und Diözesen“, so Ivo Bühler, Präses des Verbandes der katholischen Pfadis (VKP) in der Schweiz.
Alle Jugendorganisationen stellen sich geschlossen dem Antifeminismus entgegen, setzen sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit ein und wollen weiterhin die Möglichkeit für junge Menschen schaffen, ihre Anliegen bei der Kirchenversammlung 2028 im Rahmen eines weiteren DACHS-Treffens aktiv einzubringen und so Kirche mitzugestalten. „Der Austausch der DACHS-Länder ist eine Bereicherung für uns alle und gemeinsam können wir der Stimme der Jugend in der katholischen Kirche zu mehr Gewicht verhelfen,“ ist Simon Klotzner, 1. Landesleiter von Südtirols Katholischer Jugend überzeugt.




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