Von: mk
Bozen – Die Regenbogenfahne erinnert an den internationale „Pride Month“, der weltweit im Juni begangen wird und im Zeichen der Gleichberechtigung und der Rechte von LGBTQ+-Personen steht. Doch innerhalb der Südtiroler Regierungskoalition sorgt das Thema auch heuer wieder für politischen Zündstoff. Mittlerweile weht keine Regenbogenfahne mehr im Pressesaal der Landesregierung im Palais Widmann.
Während die SVP dafür war, hatten sich Fratelli d’Italia, Forza Italia und die Freiheitlichen in den vergangenen Tagen geschlossen gegen das Hissen der bunten Fahne ausgesprochen. Ihr Argument: Die Regenbogenflagge habe in offiziellen institutionellen Räumen nichts zu suchen, da sie eine „spaltende“ Wirkung besitze und nicht die Gesamtheit der Bürger repräsentiere.
Um den internen Koalitionskrach beizulegen, wurde hinter den Kulissen nach einer diplomatischen Lösung gesucht. Das Ergebnis steht nun im Pressesaal: Statt der Fahne wurde ein Regenbogen-Banner mit der Aufschrift „Siamo per la pluralità / Wir sind für Pluralität / Ies de vers la pluralité“ aufgestellt – verfasst in den drei Landessprachen Italienisch, Deutsch und Ladinisch.
Landeshauptmann Arno Kompatscher bemühte sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Ansa, den Schritt nicht als Einknicken vor den rechten Partnern darzustellen. Er empfinde die Maßnahme keineswegs eine Abschwächung der Botschaft. „Wir haben jetzt auch im Pressesaal das Roll-up aufgestellt, das wir allen Unterstützern zur Verfügung gestellt haben. Es enthält ein klares Statement für die Vielfalt – und das in den drei Sprachen unseres Territoriums, die ja selbst wiederum Ausdruck von Vielfalt und Pluralität sind“, erklärte der Landeshauptmann laut Ansa.
Kompatscher hob zudem hervor, dass der Banner rein optisch sogar „deutlich größer dimensioniert ist als die ursprüngliche Flagge“ – mit einer klaren Botschaft für Diversität.




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