Antrittsbesuch bei Landesrat Philipp Achammer

Konstruktiver Austausch zu Inklusion, Arbeitswelt und Fachkräftesicherung

Freitag, 29. Mai 2026 | 16:30 Uhr

Von: mk

Bozen – Die neue Führungsspitze des Dachverbands für Soziales und Gesundheit ist gestern in Bozen zu einem Antrittsbesuch mit Landesrat Philipp Achammer zusammengetroffen. Es gab ein konstruktives und offenes Gespräch zu zentralen sozial- und bildungspolitischen Themen.

Im Mittelpunkt des Antrittsbesuches von Dachverband-Präsidentin Roberta Rigamonti, ihrem Stellvertreter Richard Stampfl, Direktor Günther Sommia und Ausschussmitglied Veronika Pfeifer bei Landesrat Philipp Achammer standen Themen der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Schule und der anschließende Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Hier gibt es für Menschen mit Behinderung und ihre Familien nach wie vor große Herausforderungen. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass die Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen Schulen, Sozial- und Gesundheitsdiensten und Arbeitgebern verbessert werden muss. Auch im Gespräch mit anderen Mitgliedern der Landesregierung war die Notwendigkeit eines strukturierten Prozesses betont worden. Landesrat Achammer unterstützt dieses Anliegen ausdrücklich und schlug vor, gemeinsam ein Projekt auszuarbeiten. Der Dachverband und seine Mitgliedsorganisationen sollen dabei eingebunden werden.

Darüber hinaus wurde über das Thema Inklusion in der Schule gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass Inklusion nicht ausschließlich an speziell beauftragte Personen delegiert werden sollte, sondern dass alle Lehrkräfte Inklusion als wichtigen Bestandteil ihrer eigenen pädagogischen Arbeit verstehen sollten. Entscheidend für die konkrete Umsetzung ist dabei auch die Haltung der Schulführungskräfte, damit Inklusion als selbstverständlicher Bestandteil des gesamten Unterrichts gelebt werden kann. Ein konkretes Problem in diesem Zusammenhang ergibt sich häufig insbesondere dann, wenn Kinder mit Behinderung im Laufe des Schultages nicht mehr am Unterricht teilhaben können und deshalb von ihren Eltern abgeholt werden müssen.

Abschließend ging es im Gespräch noch um den zunehmenden Personalmangel im Sozialbereich und die Tatsache, dass sich derzeit zu wenige junge Menschen für soziale Berufe interessieren. Der Dachverband sieht die Notwendigkeit, in den Schulen stärker als bisher auf die Möglichkeiten der Berufe im Sozial- und Gesundheitsbereich aufmerksam zu machen. Beispielsweise wäre es sinnvoll, das Schulmodell des Kaiserhofes auch auf den Sozialbereich auszuweiten, damit junge Menschen die Möglichkeit haben, die Matura zu absolvieren und sich gleichzeitig mehrere berufliche Wege offen zu halten. Schließlich geht es auch darum, jungen Menschen einen leichteren Zugang zu sozialen Berufen zu ermöglichen, etwa durch eine Ausweitung der Möglichkeiten für Sommerpraktika beziehungsweise Sommervolontariate, da derzeit nur eine begrenzte Anzahl an Stellen vorgesehen ist.

Um dem Personalmangel vorzubeugen, erscheint zudem eine Flexibilisierung der Ausbildungswege notwendig. Menschen, die über den zweiten Bildungsweg in den Sozialbereich einsteigen möchten, sollten möglichst wenigen Hindernissen begegnen und die Möglichkeit haben, Arbeit, Ausbildung und Familie gut miteinander zu vereinbaren.

Bezirk: Bozen

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