Mehr digitale Unabhängigkeit bei öffentlichen Ausschreibungen

Land Südtirol übernimmt wichtige Vergabeplattform selbst

Freitag, 17. Juli 2026 | 15:30 Uhr

Von: mk

Bozen – Damit öffentliche Ausschreibungen auch in Zukunft reibungslos digital abgewickelt werden können, übernimmt das Land Südtirol die dafür genutzte Plattform selbst. Die Landesregierung hat am 17. Juli auf Vorschlag von Landeshauptmann Arno Kompatscher den Lizenzvertrag zur Nutzung der Software “Pleiade” für die Beschaffungsplattform PAD – Informationssystem Öffentliche Verträge (ISOV) genehmigt.

Die Plattform wird bereits jetzt von den Südtiroler Vergabestellen genutzt, um öffentliche Ausschreibungen digital abzuwickeln sowie gesetzliche Verpflichtungen in den Bereichen Transparenz, Veröffentlichung, Berichterstattung und Monitoring zu erfüllen. Nun erhält das Land von der Gesellschaft AFAST eine kostenlose und zeitlich unbegrenzte Nutzungslizenz für die Softwarekomponente “Pleiade”.

“Damit wird die Grundlage für ein neues, zentralisiertes Betriebsmodell geschaffen, das die Kontinuität der digitalen Vergabeverfahren sicherstellen und die technologische Eigenständigkeit des Landes stärken wird”, beschreibt Josef T. Hofer, der Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol (ADAS) und der Abteilung Informatik die Vorteile. An der Übernahme sei seit März und vor dem Hintergrund gearbeitet worden, dass der heute gültige Vertrag Eproc5 in Kürze ausläuft. Mit der Internalisierung der Plattform sollen die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verringert, bereits getätigte Investitionen gesichert und die interne Kompetenz bei der Verwaltung strategischer digitaler Lösungen ausgebaut werden.

„Für uns bedeutet die Internalisierung vor allem mehr Gestaltungsspielraum. Wir können die Plattform gezielt an die Bedürfnisse unserer Nutzer anpassen, schneller auf neue gesetzliche Anforderungen reagieren und gleichzeitig unsere Investitionen langfristig absichern”, betont Petra Mahlknecht, die Generaldirektorin der Agentur für öffentliche Verträge – AOV.

Die Umsetzung erfolgt in zwei Phasen. Nach Unterzeichnung des Lizenzvertrags beginnt zunächst die schrittweise Migration der Software auf die Infrastruktur des Landes. Die Kontinuität aller bestehenden Dienste bleibe dabei gewährleistet, wie die Abteilung Informatik betont. Ab 1. Jänner 2027 soll die Software auch weiteren öffentlichen Körperschaften zugänglich gemacht werden. Für die operative Governance der Plattform wird die Landesabteilung Informatik verantwortlich sein. Die landeseigene In-House-Gesellschaft Südtiroler Informatik AG (SIAG) übernimmt schrittweise die technisch-operative Verwaltung und soll dafür ein eigenes PAD-Anwendungszentrum einrichten. “Dieses soll den  Know-how-Transfer, die Schulung, die Weiterentwicklung der Plattform sowie den Support für die Vergabestellen sicherstellen. Die Agentur für öffentliche Verträge – AOV bleibt weiterhin für die operativen Funktionen der Plattform gegenüber Vergabestellen und Wirtschaftsteilnehmern zuständig”, schildert Hofer.

Bezirk: Bozen

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