Koalitionspartner der SVP will Pläne über den Haufen werfen

Eingestürztes Gericht: Scarafoni kommt mit einem schrägen Vorschlag

Donnerstag, 16. Juli 2026 | 14:47 Uhr

Von: luk

Bozen – Nach dem heutigen Teileinsturz am Gerichtsgebäude in Bozen hat sich die Fraktionsvorsitzende von Fratelli d’Italia im Südtiroler Landtag, Anna Scarafoni, mit einer politischen Forderung zu Wort gemeldet. Angesichts der neuen Lage, spricht sie sich dafür aus, das Projekt des neuen Bibliothekszentrums an der ehemaligen Pascoli-Schule sofort zu stoppen und das Areal stattdessen für einen neuen Justizstandort zu nutzen.

Scarafoni bezeichnet den Einsturz als Anlass für eine grundlegende Neubewertung der Stadtentwicklung. Die jüngsten Ereignisse – darunter auch der Abriss einer historischen Freitreppe – seien Warnsignale, die nicht ignoriert werden dürften. Eine Stadt müsse auf solche Entwicklungen reagieren und ihre Prioritäten überdenken.

Das geplante Bibliothekszentrum sei heute nicht mehr zeitgemäß, erklärte die Landtagsabgeordnete. Das vor mehr als 20 Jahren entstandene Vorhaben verursache hohe Kosten, ohne den heutigen Bedürfnissen der Bevölkerung ausreichend zu entsprechen. Zugleich betonte sie, dass der derzeit zuständige Landesrat Christian Bianchi keine Verantwortung für die ursprüngliche Planung trage.

Stattdessen schlägt Scarafoni vor, den Bau des Bibliothekszentrums auszusetzen und das Gelände für ein neues, modernes Justizzentrum zu nutzen. Das bestehende Gerichtsgebäude solle nach dem Einsturz unter Berücksichtigung seiner architektonischen Merkmale wieder aufgebaut werden und künftig weiterhin als Sitz für Gerichtsverhandlungen dienen.

Zudem regt die FdI-Politikerin eine Bürgerbefragung im September an. Die Boznerinnen und Bozner sollten ihrer Ansicht nach über die künftige Nutzung des Areals mitentscheiden. Ein zweimonatiger Baustopp sei angesichts der Tragweite der Entscheidung vertretbar, so Scarafoni.

Bezirk: Bozen

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