Von: mk
Bozen – Der Landesrat für öffentliche Arbeiten, Valorisierung des Vermögens, Grundbuch und Kataster Christian Bianchi zog zur Halbzeit der laufenden Legislaturperiode eine positive Bilanz und stellt präsentierte ein Programm mit zahlreichen Neuerungen für die kommenden zwei Jahre. Beides wurde am 15. Juni in der ehemaligen Buchhandlung Cappelli in Bozen vorgestellt.
Landesrat Bianchi war bei der #halbzeit-Präsentation im Dialog mit dem Generaldirektor von Euregio Plus SGR, Sergio Lovecchio, dem Energiebeauftragten des Landes und Ressortdirektor Daniel Bedin, Federica Isotti von der Notariatskammer Bozen, dem Präsidenten der Ingenieurkammer Claudio Sartori, dem Präsidenten der Architektenkammer Wolfgang Thaler, der Vizepräsidentin der Architektenkammer Stefana Saracino, dem Präsident des Wirtschaftsverbandes CNA Cristiano Cantisani sowie dem Präsidenten des Kollegiums der Bauunternehmer, Christian Egartner und vom Präsidenten des Handwerkerverbands lvh Martin Haller. Das Gespräch moderierte Direktor der Tageszeitung Alto Adige, Valentino Beccari.
“Diese zweieinhalb Jahre waren von einer klaren Entscheidung geprägt: die Arbeit eines Ressorts wieder in den Mittelpunkt zu rücken, das sich tagtäglich für unser Land einsetzt”, betonte Bianchi. “Wir haben den Tätigkeiten des Ressorts jene Sichtbarkeit und Anerkennung zurückgegeben, die sie verdienen.”
Der Immobilienfonds: Öffentliches Vermögen als Ressource
Der Immobilienfonds, den das Land gemeinsam mit Euregio Plus SGR eingerichtet hat, ermögliche es, öffentliches Vermögen aufzuwerten und in ein Instrument zur Finanzierung neuer Investitionen im Land umzuwandeln, sagte Bianchi.
“Es geht nicht nur darum, heute ungenutzten Gebäuden neues Leben einzuhauchen, sondern einen positiven Kreislauf in Gang zu setzen, der Stadtentwicklung und wirtschaftliche Erträge miteinander verbindet. Dank dieses Instruments können wir den Menschen sanierte Räume zurückgeben und gleichzeitig Werte schaffen, die erneut investiert werden können”, unterstrich der Landesrat.
Euregio-Plus-Generaldirektor Lovecchio erläuterte die technischen und finanziellen Vorteile dieses Modells und verwies darauf, dass ähnliche Erfahrungen in anderen europäischen Regionen dessen Wirksamkeit bei der nachhaltigen Verwaltung öffentlicher Vermögenswerte bestätigt hätten.
Building Renovation Plus: Von der Planung zur Umsetzung
Hervorgehoben wurde auch das Programm Building Renovation Plus, vorgestellt von Ressortchef Bedin. Seit Jänner 2025 ist der Konzessionsvertrag zwischen dem Land und dem Unternehmen Engie AG und Dolomiti Energia zur energetischen Sanierung und Verwaltung von 25 Landesimmobilien und einem Investitionsvolumen von 55 Millionen Euro in Kraft. Vom 2022 festgelegten Energieverbrauch sollen 40 Prozent eingespart werden, was bedeutet, dass die CO2-Emmissionen um 36.000 Tonnen verringert werden. Das Vorhaben, das auch beim Forum “Valore Rigenerazione Urbana” in Rom als staatliches Best-Practice-Beispiel vorgestellt wurde, ist als skalierbares und übertragbares Modell konzipiert.
“Das Projekt Building Renovation Plus zeigt, wie sich die Grundsätze der Nachhaltigkeit in die Verwaltung öffentlichen Vermögens einbinden lassen. Das Land positioniert sich durch neue Organisationsmodelle als Vorreiter in den Bereichen Innovation und Effizienz”, ergänzte Bianchi.
Kataster und Grundbuch: 3,5 Millionen Zugriffe im Jahr 2025
Zu den Neuerungen zählt die vollständige Digitalisierung der Dienstleistungen von Kataster und Grundbuch. Diese wurde von Landesrat Bianchi und der Notarin Isotti vorgestellt. 2025 verzeichnete das Portal Openkat 3,5 Millionen Zugriffe von Fachleuten und Bürgern. Über die digitale Identität können sie ihre Daten kostenlos einsehen. Der Dienst bietet Zugang zu einem Verwaltungssystem für Immobilienvermögen im Wert von rund 60 Milliarden Euro sowie zu Hypothekendarlehen in Höhe von mehr als 38 Milliarden Euro.
“Die Digitalisierung der Archive ist nahezu abgeschlossen. Auf diese Weise verringern wir Bürokratie und indirekte Kosten und verbessern einen Dienst, der eine erhebliche gesellschaftliche Bedeutung hat. Darin liegt der eigentliche Wert des öffentlichen Dienstes”, erklärte Bianchi.
431 Millionen Euro für 113 öffentliche Bauvorhaben
Bei seiner Halbzeit-Bilanz hat Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi auch einen Gesamtüberblick über die laufenden und geplanten öffentlichen Bauvorhaben gegeben. Für den Dreijahreszeitraum 2026–2028 sind 113 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 431 Millionen Euro vorgesehen. Ein bedeutender Anteil der Mittel ist dem Schulbau gewidmet: 24 Prozent des Gesamtbudgets fließen in diesen Bereich.
Bei der Stadterneuerung konzentrieren sich die wichtigsten Vorhaben laut Bianchi in Bozen auf das Stadtviertel Gries-Quirein. Dazu zählen das Bibliothekenzentrum, die Aufwertung des ehemaligen Gebäudes der staatlichen Telefongesellschaft sowie der Universitätscampus der Claudiana. In Meran ist die künftige Hotelfachschule „Ritz“ vorgesehen, während in Leifers das neue Gemeinschaftshaus diese Woche eröffnet wird.
Öffentlich-private Partnerschaften und Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden
Öffentlich-private Partnerschaften (Public Private Partnership – PPP) bestätigen sich laut Bianchi weiterhin als geeignetes Instrument für die Umsetzung bedeutender Projekte, darunter das Cura Resort in Meran und das PPP-Projekt Gamper in Bozen.
Der Präsident der Ingenieurkammer, Claudio Sartori, und die Vizepräsidentin der Architektenkammer, Stefania Saracino, unterstrichen, dass es eine gute Zusammenarbeit und einen sachlichen Austausch zwischen dem Ressort und den Berufskammern gebe.
Der Präsident des Kollegiums der Bauunternehmer, Christian Egartner, der Präsident des Wirtschaftsverbandes CNA, Cristiano Cantisani, sowie der Präsident des Handwerkerverbands LVH Martin Haller, betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Land: „Wenn das Land Auftraggeber ist und die Bau- oder Instandhaltungsarbeiten von einem lokalen Unternehmen ausgeführt werden, entsteht ein zusätzlicher Mehrwert: die Kenntnis des Territoriums, die Sorgfalt bei der Ausführung der Arbeiten und die Reinvestition in die Gemeinschaft.“
Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung öffentlicher Bauvorhaben hat das Landesamt für Geologie unter der Leitung von Volkmar Mair zu. Es unterstützt ressortübergreifend zahlreicher Ämter und Abteilungen und liefert unter anderem eine fundierte Kenntnis sowie eine präzise Kartierung des Landesgebiets.
Blick auf die kommenden zweieinhalb Jahre
Bianchi skizzierte auch die Prioritäten für die zweite Hälfte der Legislaturperiode: die begonnenen Vorhaben unter Einhaltung von Qualitätsstandards und Zeitplänen abzuschließen, die eingeführten Neuerungen zu festigen und den Dialog mit den Berufsverbänden sowie mit dem Land weiter auszubauen.
„Jedes Gebäude, das Gestalt annimmt, jedes Bauvorhaben, das in Angriff genommen wird, und jeder erfolgreich abgeschlossene Katastervorgang sind das Ergebnis des Engagements, der Kompetenz und des Einsatzes vieler Menschen. Auf diese tägliche und konkrete Arbeit bin ich zutiefst stolz“, erklärte Bianchi.




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