Immer wieder gegenseitige Attacken

Libanesischer Soldat nach israelischer Attacke gestorben

Dienstag, 17. März 2026 | 16:54 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Nach einem israelischen Angriff im Südlibanon ist ein Soldat der libanesischen Streitkräfte seinen Verletzungen erlegen. Bei dem Angriff in der Gegend um Nabatieh wurden nach Armeeangaben vier weitere Soldaten verletzt. Darunter sei noch ein Schwerverletzter. Sie seien in einem Auto und auf einem Motorrad in der Gegend bei Nabatieh unterwegs gewesen. Das israelische Militär veröffentlichte eine Stellungnahme, in der es hieß, die Vorwürfe würden geprüft.

Ein Sprecher betonte, dass die israelischen Angriffe der proiranischen Hisbollah-Miliz gelten und sich nicht gegen die libanesischen Streitkräfte und die Zivilbevölkerung richteten. Die libanesische Armee ist im Krieg zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär keine aktive Kriegspartei und verhält sich neutral. Nach Berichten lokaler Medien waren die getroffenen Soldaten in einem Auto und einer von ihnen auf einem Motorrad unterwegs. Sie seien in Uniform gekleidet gewesen.

Raketen auf Israel

Zuvor waren erneut Raketen auf Nordisrael abgefeuert worden. In mehreren Orten, darunter Kiryat Shmona und Nahariya, heulten am Dienstag erneut die Warnsirenen. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom gab es zunächst keine Berichte über Verletzte. Die israelische Armee veröffentlichte unterdessen erneut einen Aufruf für Einwohner des Südlibanon zu flüchten.

Der israelische Militärsprecher Effie Defrin rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. “Der Feind versucht, Angst und Panik zu verbreiten. Es ist wichtig, dass Sie Ruhe bewahren”, sagte er in einer Videobotschaft. Das israelische Militär beobachte die Hisbollah und alle ihre Kommandanten “von Beirut bis zum Südlibanon”, betonte Defrin. “Wir greifen die Hisbollah in diesem Moment mit voller Entschlossenheit an.”

Kurz zuvor hatte das israelische Militär berichtet, dass seinen Erkenntnissen zufolge die Hisbollah umfangreiche Vorbereitungen für Raketenangriffe gegen Israel in den kommenden Stunden getroffen habe. Nach Militärangaben wurden daraufhin Hisbollah-Ziele an drei Standorten im Libanon angegriffen.

Die israelische Armee veröffentlichte unterdessen erneut einen Warnaufruf für Einwohner des Südlibanons. Sie wurden aufgerufen, sich in Gebiete nördlich des Saharani-Flusses zu begeben, der etwa 40 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt. Die Aktivitäten der libanesischen Hisbollah-Miliz seien der Grund für Einsätze der Armee im Süden des Libanons, hieß es in der Mitteilung. Man wolle Zivilisten keinen Schaden zufügen.

Mehr als eine Million Libanesen vertrieben

Im Libanon wurden nach Behördenangaben seit Beginn des neuen Krieges zwischen Israel und den USA gegen den Iran bereits mehr als eine Million Menschen vertrieben. Mehr als 900 Menschen wurden durch die israelischen Angriffe getötet, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Libanon ist verstärkt involviert, weil dort die vom Iran unterstützte Hisbollah beheimatet ist.

Ein israelischer Militärsprecher hatte Montagabend angekündigt, den Einsatz von Bodentruppen im Süden des Libanon auszuweiten. Nach israelischen Medienberichten hat sich eine weitere Division den Truppen angeschlossen. Eine Division besteht in der Regel aus 10.000 bis 15.000 Soldatinnen und Soldaten.

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