Beschlussantrag im Landtag

Locher fordert 100 Prozent einheimisches Holz für Südtirols Fernheizwerke

Donnerstag, 12. März 2026 | 13:41 Uhr

Von: mk

Bozen – Südtirol zählt mit derzeit 78 Fernheizwerken zu den europäischen Vorreitern bei der Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung. Die Fernwärme ist damit ein zentraler Baustein der Südtiroler Energie- und Klimastrategie und soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden. Das fordert der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher mit einem Beschlussantrag.

„Bereits heute werden mehr als 17.000 Gebäude mit erneuerbarer Wärme versorgt. Dadurch werden jährlich rund 350.000 Tonnen CO₂ eingespart. 700.000 bis 800.000 Kubikmeter Hackschnitzel und Sägewerksnebenprodukte werden dafür energetisch genutzt, tatsächlich wäre aber einiges mehr möglich, ohne den Wald in Südtirol zu schädigen. Deshalb muss das Ziel ein sukzessiver Ausbau der Verwendung von einheimischem Holz sein. Das Ziel: 100 Prozent Holz aus Südtirol für unsere Fernheizwerke“, so der SVP-Landtagsabgeordnete.

Fernheizwerke gelten laut Locher als besonders krisensichere Energiequelle. Anders als fossile Energieträger unterliegen ihre Preise kaum geopolitischen Schwankungen, wie sie beispielsweise während der Energiekrise im Jahr 2022 zu beobachten waren. „Besonders in Zeiten wie diesen ist angesichts einer weiteren drohenden Krise im Sektor jede Überlegung zu einer besseren Nutzung von heimischem Brennmaterial absolut legitim und auch nötig“, unterstreicht Locher, mit Blick auf die Irankrise, die große Unruhe in den Energiemarkt bringt.

Trotz einer durchwegs positiven Entwicklung der Fernheizwerke in den vergangenen Jahren wird derzeit noch ein erheblicher Teil der Biomasse aus Nachbarregionen oder dem Ausland importiert. Gleichzeitig wachsen in Südtirols Wäldern jährlich rund zwei Millionen Kubikmeter Holz nach. Locher sieht deshalb noch Potenzial: „Eine stärkere Nutzung von einheimischem Holz würde nicht nur die lokale Wertschöpfung stärken, sondern auch zur nachhaltigen Pflege und Verjüngung der Wälder beitragen.“

Was fordert Locher nun aber mit seinem Beschlussantrag? „Um die Nutzung der heimischen Ressourcen zu verbessern und die regionale Holzwirtschaft weiter zu stärken, sollen bestehende Kreisläufe optimiert werden. Ziel ist es, die Fernheizwerke in Südtirol künftig immer mehr und im Idealfall nur mehr mit einheimischem Holz zu versorgen.“

Vor diesem Hintergrund rief der Landtagsabgeordnete die Landesregierung deshalb auf, eine umfassende Studie über die Fernheizwerke in Südtirol in Auftrag zu geben. Diese soll die Menge an Heizmaterial, die direkt von landwirtschaftlichen Betrieben geliefert wird, die Menge an Heizmaterial, die aus Sägewerken stammt sowie die Menge an Heizmaterial, die aus Regionen außerhalb Südtirols importiert wird genau definieren, damit bestehende Versorgungs- und Wirtschaftskreisläufe optimiert werden können. „Das Ziel der Studie bleibt die Erarbeitung von konkreten Vorschlägen, wie Fernwärme in Südtirol langfristig aus immer mehr einheimischem Brennmaterial gewonnen werden kann“, sagt Locher, der überzeugt ist, dass auch 100 Prozent Holz aus Südtirol möglich sind.

Der abgeänderte Beschlussantrag Nr. 380/26 wurde mit 25 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen im Landtag angenommen.

Bezirk: Bozen

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