Menschen gelangten schwimmend an Küste von Ceuta

Mehr als 37.500 Migranten haben Ceuta verlassen

Freitag, 31. Juli 2026 | 19:10 Uhr

Von: importer

Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika sind nach offiziellen Angaben fast zwei Drittel von ihnen in das angrenzende Marokko zurückgekehrt. Bis Freitagnachmittag hätten sich “mehr als 37.500” zunächst in Ceuta eingetroffene Menschen wieder nach Marokko begeben, teilte das spanische Innenministerium mit. In den vergangenen Tagen hatten laut Behörden rund 60.000 Menschen aus Marokko kommend Ceuta erreicht.

Nach Angaben eines EU-Beamten gelangte bisher keiner der Migranten auf den Boden des europäischen Kontinents. Es gebe keine entsprechenden “Weiterbewegungen” von Ceuta aus, sagte der Beamte Journalisten. Ceuta und die spanische Exklave Melilla bilden die einzigen beiden Landgrenzen der EU mit Afrika. Die Gebiete sind deshalb regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen.

Sánchez sieht “Angriff”

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez verurteilte den unkontrollierten Massengrenzübertritt. Er sehe “das, was geschehen ist, als einen Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens”, sagte Sánchez bei einem Besuch der spanischen Exklave in Nordafrika am Freitag.

Der plötzliche Ansturm auf Ceuta ist Sánchez zufolge auf Gerüchte zurückzuführen, die von der Schleppermafia infolge eines aktuellen Gerichtsurteils in Spanien zur Einwanderung verbreitet worden seien. Sánchez bezog sich auf ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang dieses Monats, wonach die sofortige Rückführung von Migranten, die die Grenze illegal überqueren, nicht für diejenigen gilt, die auf dem Seeweg ankommen.

Angesichts der Ereignisse verstärkte Frankreich seine Kontrollen an der Schengen-Binnengrenze zu Spanien. Unterdessen setzte Italien die Anwendung des Schengen-Abkommens gegenüber Spanien vorübergehend aus.

Debatte auch in Österreich

Auch aus Österreich gab es Reaktionen: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sprach von einem “Warnsignal – wir beobachten die Lage sehr genau”. Zustände wie diese dürften in der Europäischen Union keinen Platz haben. Ähnlich äußerte sich Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Für Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) weckten die Vorgänge “Erinnerungen an 2015, als Europas Außengrenze faktisch durchbrochen wurde.

Europa- und Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) telefonierte Freitagnachmittag mit ihrem spanischen Amtskollegen Fernando Mariano Sampedro Marcos. Einerseits ging sie laut einer Aussendung hart ins Gericht: “Spanien gefährdet damit die gesamte Europäische Union und ihre Glaubwürdigkeit.” Andererseits appellierte sie an ein gemeinsames Vorgehen. Die FPÖ-Europaabgeordnete Petra Steger bezeichnete die Ereignisse als “vollständige Bankrotterklärung der europäischen Migrationspolitik”.

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