Auch Kiew war wieder im Zentrum russischer Angriff

Mindestens 19 Tote bei russischem Luftangriff in der Ukraine

Mittwoch, 07. Oktober 2026 | 12:34 Uhr

Von: importer

Bei einem der schwersten russischen Raketen- und Drohnenangriffe sind in der Ukraine am Mittwoch mindestens 19 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj feuerte Russland insgesamt 70 Raketen, darunter viele ballistische Flugkörper, sowie zahlreiche Drohnen ab. Ein Hauptziel sei die ukrainische Energieinfrastruktur gewesen. “Dies war einer der abscheulichsten Angriffe”, erklärte Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram.

“Die Russen wollten schmerzhaft und demonstrativ zuschlagen.” Selenskyj nannte den Angriff ein “Geburtstagsgeschenk für Putin”. Kremlchef Wladimir Putin, der den Krieg gegen die Ukraine befohlen hat, wurde am Mittwoch 74 Jahre alt. Das Datum fällt zusammen mit dem 20. Todestag der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja, die 2006 in Moskau ermordet wurde.

Wegen der Schäden leitete das Energieministerium in fünf Regionen Notabschaltungen des Stromnetzes ein. Besonders schwer getroffen wurde die nördliche Stadt Pryluky. Dort schlug eine russische Rakete in ein fünfstöckiges Wohngebäude ein. Mindestens 13 Menschen, darunter vier Kinder, kamen dabei ums Leben, wie der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Tschaus, mitteilte. Rund 50 Menschen wurden verletzt. Rettungskräfte suchten in den Trümmern des teilweise eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden.

Sechs weitere Todesopfer waren Selenskyj zufolge in Kiew, Oleksandrija und Krementschuk zu beklagen. Zudem wurden Industrieanlagen in Dnipro und die Verkehrsinfrastruktur in Saporischschja beschädigt. Viele Einwohner Kiews suchten in den tief gelegenen U-Bahn-Stationen der Hauptstadt Schutz.

Ukraine: Abfangquote steigt

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, sie habe gut 80 Prozent der 46 von Russland eingesetzten düsengetriebenen Drohnen abgefangen. Dies stellt eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den vergangenen Wochen dar, in denen die Abfangquote im Schnitt bei 50 bis 60 Prozent lag. Russland setzt seit dem Sommer verstärkt diese schnellen Drohnen ein, um die ukrainische Luftabwehr zu überwinden. Selenskyj betonte, dass ballistische Raketen weiterhin die größte Bedrohung darstellten. Er dringe täglich auf die Bereitstellung weiterer Patriot-Luftabwehrsystemen, um das Leben der Menschen zu schützen.

Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem “massiven Schlag” mit Präzisionswaffen gegen Rüstungsbetriebe. Ziel seien unter anderem Standorte des Rüstungsunternehmens Fire Point gewesen, das Marschflugkörper und Drohnen herstellt. Selenskyj erklärte wiederum, ukrainische Truppen hätten in den vergangenen 24 Stunden vier Ziele in Russland angegriffen. Dazu gehörten zwei Anlagen der Ölindustrie sowie ein Truppenübungsplatz in ngegriffen. Dazu gehörten zwei Anlagen der Ölindustrie sowie ein Truppenübungsplatz in den Regionen Perm, Samara und Astrachan. Selenskyj hatte angekündigt, die Ukraine werde als Reaktion auf die Angriffe auf ihre zivile Infrastruktur russische Energieanlagen ins Visier nehmen.

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen