Von: mk
Bozen – Zum anstehenden Muttertag betont die Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Myriam Atz, dass es für Mütter neben der familiären Anerkennung ihrer Höchstleistungen durch Blumen und Pralinen, auf politischer Ebene dringend einen umfassenden „Ausgleich“ brauche – finanziell, rententechnisch und strukturell –, „um der unersetzlichen Leistung von Frauen in unserer Gesellschaft endlich gerecht zu werden“.
Für Myriam Atz ist der Muttertag kein bloßer Gedenktag, sondern ein politischer Auftrag. „Mütter sind das Rückgrat unserer Gesellschaft, doch sie zahlen dafür oft einen zu hohen Preis“, so Atz.
Besonders im Fokus steht für sie dabei die fehlende Gleichstellung in der Altersvorsorge. Während Erziehungsjahre in anderen Ländern bereits stärker berücksichtigt würden, herrsche in Italien noch immer eine gravierende Lücke. „Wir brauchen einen vollwertigen, finanziellen Ausgleich und eine Rentenabsicherung, die Erziehungszeiten nicht als berufliche Pause, sondern als wertvolle gesellschaftliche Investition anerkennt. Altersarmut darf nicht die ‚Ernte‘ für die Erziehung der nächsten Generation sein“, so die Süd-Tiroler Freiheit.
Zusätzliche freie Tage bei Erkrankung des Kindes gefordert
Neben den ökonomischen Mängeln mahnt Atz den zeitlichen Ausgleich an: „Mütter neigen dazu, ihre eigenen Bedürfnisse systematisch hintenanzustellen, da die tägliche Mehrfachbelastung – das Organisieren des Familienalltags, Bürokratie, Haushalt, berufliche Herausforderungen – oft zu einer chronischen Überlastung führt. Viele Frauen nehmen ihre körperliche und psychische Überbelastung selbst erst viel zu spät wahr, erst wenn der Körper durch Krankheit ein Warnsignal sendet. Viele Mütter verwenden einen Teil ihrer arbeitsvertraglichen Urlaubstage für die Pflege des erkrankten Kindes, dies reduziert die zustehenden freien Tage, die sie selbst zur Erholung dringend brauchen würden. Ähnlich dem Modell zur Pflege von Angehörigen sollten auch Müttern zusätzliche freie Tage bei der Erkrankung des Kindes zustehen. Dies ist ein notwendiger Ausgleich, damit der eigentliche Urlaub seinen Zweck behält: Der Schutz vor physischer und psychischer Erschöpfung.“
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
„Echter Ausgleich bedeutet auch, dass die Arbeitswelt sich den Lebensrealitäten von Müttern anpassen muss, nicht umgekehrt“, erklärt Atz. Sie fordert daher einen massiven Ausbau von flexiblen Arbeitszeitmodellen und die flächendeckende Möglichkeit auf Home Office, wo immer es das Berufsfeld zulässt. „Flexibilität schafft die dringend benötigten Zeitfenster für Erholung und Selbstbestimmung. Wer von zu Hause aus arbeiten kann oder seine Stunden eigenverantwortlich einteilt, gewinnt Lebensqualität und reduziert den täglichen Stressfaktor von Müttern.“
Niederschwellige Weiterbildungsangebote
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Ausgleich nach der Familienphase. Viele Mütter erleben nach einer Auszeit laut Atz eine Barriere beim beruflichen Wiedereinstieg. Hierfür fordert die Landtagsabgeordnete niederschwellige Weiterbildungsangebote, die zeitlich und finanziell auf die Bedürfnisse von Familien bzw. Mütter zugeschnitten sind: „Nach einer familiären Auszeit darf niemand vor verschlossenen Türen stehen. Wir brauchen Bildungsangebote, die dort ansetzen, wo die Mütter stehen – unbürokratisch, leistbar und ortsunabhängig. Dies ist der notwendige Ausgleich, um die ‚Karriere-Lücke‘ aktiv zu glätten und Frauen die Rückkehr in qualifizierte Positionen zu erleichtern.“




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