Von: Matthias Knapp
Naturns- E-Mobilität, Photovoltaik und regionale Energieversorgung: Die Marktgemeinde Naturns baut ihre Maßnahmen für mehr Klimaschutz konsequent aus. Auch der gemeindeeigene Fuhrpark wird Schritt für Schritt umweltfreundlicher.
Naturns setzt bei der Mobilität und Energieversorgung zunehmend auf Nachhaltigkeit. Neben dem bereits etablierten E-Carsharing-Angebot „Naturns mobil“ mit zwei Elektrofahrzeugen wurde nun auch der Fuhrpark der Gemeinde weiter elektrifiziert. Ein neues E-Auto steht den Gemeindeelektrikern für ihre täglichen Einsätze zur Verfügung.
Das Fahrzeug wird am Bauhof geladen. Dort befindet sich eine eigene Ladestation, die mit dem Strom der bestehenden Photovoltaikanlage versorgt wird. Damit kann das Gemeindefahrzeug weitgehend mit lokal erzeugter erneuerbarer Energie betrieben werden.
„Wir wollen bei der nachhaltigen Mobilität nicht nur von Klimaschutz sprechen, sondern als Gemeinde selbst mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärt Bürgermeister Zeno Christanell. „Wenn ein Elektrofahrzeug mit dem Strom unserer eigenen Photovoltaikanlage geladen wird, verbinden wir saubere Mobilität mit regionaler Energieerzeugung und machen unsere Infrastruktur ein Stück unabhängiger.“
Die Zahlen zeigen, dass sich die Maßnahmen bereits deutlich auf die Klimabilanz der Gemeinde auswirken. Der CO₂-Ausstoß der gemeindeeigenen Gebäude, Anlagen und des Fuhrparks konnte 2024 gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent reduziert werden. Gegenüber dem Basisjahr 2020 beträgt die Reduktion sogar 64 Prozent. Damit wurde das ursprünglich für 2030 gesetzte Ziel einer Emissionssenkung um 55 Prozent bereits sechs Jahre früher erreicht.
Einen wesentlichen Anteil daran hat das Fernheizwerk Naturns, das wieder mit Biomasse betrieben wird. Die dafür verwendeten Hackschnitzel stammen aus den Wäldern von Naturns. Dadurch wird nicht nur der CO₂-Ausstoß reduziert, sondern zugleich regionale Wertschöpfung geschaffen. Nach Angaben der Gemeinde bleiben dadurch jährlich rund 150.000 Euro an Wertschöpfung vor Ort.
„Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit ist eine möglichst hohe Energieautonomie ein wichtiger Faktor“, betont Christanell. „Wenn wir erneuerbare Energie vor Ort produzieren und für unsere eigenen Gebäude und Fahrzeuge nutzen können, stärken wir gleichzeitig den Klimaschutz und unsere Unabhängigkeit.“
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Photovoltaik. Die Gemeinde verfügt bereits über sieben eigene Photovoltaikanlagen. 2026 kommen zwei weitere Anlagen dazu: Auf dem Dach des Gebäudes für Betreutes Wohnen ist eine Anlage mit 88,62 kWp vorgesehen, auf dem Dach der Feuerwehrhalle Naturns eine weitere mit 44,10 kWp. Der Gemeinderat hat dafür die notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt.
„Die Energiewende findet nicht irgendwo statt, sondern ganz konkret auf unseren Dächern, in unseren Gebäuden und in unserem Fuhrpark“, unterstreicht Umweltreferent Florian Gruber. „Mit jeder zusätzlichen Photovoltaikanlage erhöhen wir den Anteil erneuerbarer Energie und können langfristig fossile Energieträger weiter zurückdrängen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass dieser Weg funktioniert – gleichzeitig bleibt aber auch immer etwas zu tun.“
Nachhaltige Mobilität steht in Naturns nicht nur innerhalb der Gemeindeverwaltung im Mittelpunkt. Mit dem Projekt „Naturns mobil“ steht der Bevölkerung bereits seit längerem ein E-Carsharing-Angebot zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der Raiffeisenkasse Untervinschgau und AlpsGo können zwei Elektrofahrzeuge beim Rathausparkplatz flexibel ausgeliehen werden.
Das Angebot soll eine kostengünstige Alternative zum eigenen Zweit- oder Drittauto bieten. Die Nutzung ist über eine eigene App buchbar. Der Tarif beträgt 0,28 Euro pro Kilometer inklusive Strom, der Stundensatz liegt bei drei Euro und ein Tag kostet 24,50 Euro. Damit bietet „Naturns mobil“ einen besonders günstigen Zugang zur Elektromobilität.
„Nachhaltige Mobilität muss alltagstauglich sein“, betont Barbara Pratzner, zuständige Referentin für den Bauhof. „Unsere Mitarbeitenden setzen täglich viele Maßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger um. Wenn wir unsere Fahrzeuge und Geräte Schritt für Schritt nachhaltiger betreiben können, ist das ein konkreter Beitrag, den man jeden Tag sieht und der zu einer höheren Sensibilität beiträgt.“
Auch weitere Fahrzeuge und Angebote der Gemeinde sind bereits auf einen möglichst umweltfreundlichen Einsatz ausgerichtet. So wird ein gemeindeeigener Foodtruck gemeinsam mit dem Jugendzentrum Naturns genutzt und unter anderem für die Versorgung der Außenstellen des Kindergartens mit Mittagessen eingesetzt. Den Gemeindemitarbeitenden stehen zudem E-Bikes für Dienstwege zur Verfügung.
Die Gemeinde will ihren eingeschlagenen Weg daher fortsetzen. Mit dem Ausbau der Photovoltaik, der Nutzung regionaler Biomasse, E-Mobilität und Carsharing greifen mehrere Maßnahmen ineinander. Ziel ist es, den Energieverbrauch und die Emissionen der öffentlichen Verwaltung weiter zu senken und gleichzeitig nachhaltige Angebote für die Bevölkerung auszubauen.




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