Julia Nawalnaja vor dem EU-Parlament

Nawalnaja: Putin kann nicht mit Sanktionen besiegt werden

Mittwoch, 28. Februar 2024 | 12:49 Uhr

Von: APA/Reuters

Die Witwe des in Haft gestorbenen russischen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat vor Verhandlungen mit Präsident Wladimir Putin gewarnt. “Sie haben es nicht mit einem Politiker zu tun, sondern mit einem blutigen Monster”, sagte Julia Nawalnaja am Mittwoch vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Putin könne nur mit neuen Methoden besiegt werden, nicht aber mit Resolutionen oder Sanktionen, betonte sie mit Verweis auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

Putin sei zu allem fähig, man könne mit ihm nicht verhandeln, betonte sie. Mit Blick auf ihren im Alter von 47 Jahren in russischer Haft verstorbenen Mann sagte Nawalnaja, er sei nach seiner Verhaftung auf Geheiß Putins drei Jahre lang “gefoltert” und schließlich getötet worden. Auch sein Leichnam sei “misshandelt” worden, schilderte die Witwe des Oppositionellen.

“Er wurde in einer winzigen Steinzelle ausgehungert, von der Außenwelt abgeschnitten. Man verweigerte ihm Besuche, Telefonanrufe, ja sogar Briefe. Und dann töteten sie ihn. Selbst danach misshandelten sie noch seinen Körper und sie misshandelten seine Mutter”, so Nawalnaja laut dem von Nawalnys Sprecherin Kira Jarmisch am Mittwoch auf der Plattform X (früher Twitter) veröffentlichten englischsprachigen Redetext. Die Behörden hatten Nawalnys Mutter Ljudmila Nawalnaja tagelang die Herausgabe des Leichnams ihres Sohnes verweigert.

Nawalny war am 16. Februar überraschend im Straflager “Polarwolf” in Sibirien gestorben. Russische Behörden gaben eine natürliche Todesursache an. Vorwürfe einer staatlichen Verwicklung wiesen sie zurück. Anhänger Nawalnys und führende westliche Politiker machen indes Putin für den Tod des Oppositionspolitikers verantwortlich. Nawalnajas Rede wurde von den Abgeordneten mit lang anhaltendem, stehenden Applaus bedacht.

Am Freitag soll Nawalny in Moskau beigesetzt werden. Nawalnaja sagte, sie sei sich nicht sicher, ob das Begräbnis samt Trauergottesdienst friedlich verlaufen oder ob die Polizei eingreifen werde.

Nawalny war der bekannteste Oppositionelle in Russland und einer der schärfsten Putin-Kritiker. Er prangerte insbesondere Korruption und Gier an und bezeichnete die Staatsführung als “Gauner und Diebe”. Seine Beiträge im Internet wurden millionenfach aufgerufen. Er war zu mehr als 30 Jahren Haft verurteilt worden.

Kommentare
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Doolin
Doolin
Kinig
3 Monate 3 h

…eine mafiöse Verbrecherorganisation kann man nicht mit Sanktionen bekämpfen, da wird sie wohl recht haben…

Paladin
Paladin
Universalgelehrter
3 Monate 2 h

Die Sanktionen scheinen Russland überhaupt nicht zu berühren, zumindest die Wirtschaft nicht, wie mehrere Tageszeitungen aktuell berichten: https://www.businessinsider.de/politik/5-gruende-darum-waechst-russlands-wirtschaft-weiter-trotz-ukraine-kriegs/
Besonders dieser Punkt gibt zu denken: Niedrige Auslandsverschuldung und starke Exporte
Länder wie Indien kaufen Gas ganz offen ein und verkaufen es ebenso offen weiter. Russland hat andere und größere Abnehmer als Europa, was wir hier veranstalten bringt also gar nichts, außer das wir uns auf die Schulter klopfen können, das wir moralisch überlegen sind, naja, dann mal weiter so…

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 29 Tage

Och, da hast du vor Monaten ganz anders geredet. Als unter anderen ich dir des öfteren erklärt haben das Sanktionen nicht viele bringen. Könnte ich dir raus suchen…. Grins

Faktenchecker
2 Monate 29 Tage

NG Such uns das doch bitte heraus!

World
World
Superredner
2 Monate 29 Tage

Durch Sanktionen werden Russlands Beziehungen zu anderen Länder gestärkt und Russland selbst wird auch gestärkt, weil sie so innovativ werden um die Probleme zu lösen. Mit den Sanktionen schaden wir uns letztlich nur selbst.

krokodilstraene
3 Monate 1 h

Diese Aussage ist wohl wahr, aber für ihr eigenes Leben auch sehr gefährlich, denn jeder hat glaube ich verstanden, wie sie das gemeint hat…
…und auch damit liegt sie richtig

doco
doco
Superredner
2 Monate 29 Tage

mein Vorschlag Eiropa soll mit den beschlagnahmten russischen Gelder weltweit egal woher und von welchen Ländern sie kommen Waffen für die Ukraine kaufen.

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