Von: ka
Kastelbell/Galsaun – Am Samstagnachmittag, dem 6. Juni, fand die Eröffnungsfeier für die neue Umfahrung von Kastelbell und Galsaun an der Vinschger Staatsstraße (SS 38) statt. Nach der für Dienstag geplanten Freigabe für den Verkehr soll die neue Umfahrung für mehr Sicherheit und Lebensqualität in den beiden Ortschaften sowie für eine bessere Mobilität im Vinschgau sorgen.

“Die neue Umfahrung von Kastelbell ist eine wichtige Investition für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde und den gesamten Vinschgau. Gleichzeitig ist der Ausbau und die Potenzierung der öffentlichen Verkehrsmittel, vor allem der Bahn, auch überregional, ein weiterer wichtiger Baustein für die nachhaltige Entwicklung unseres Landes”, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher im Zuge der Eröffnungsfeier.

„Endlich ist dieser Termin Realität geworden”, freute sich auch Daniel Alfreider, der Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität. “Für Kastelbell, Galsaun, den gesamten Vinschgau und Südtirol ist dies ein wichtiger Schritt: er bringt weniger Durchzugsverkehr in den Ortszentren, mehr Sicherheit für die Menschen entlang der Straße und einen flüssigeren Verkehr für alle. Dieses Bauwerk bringt eine konkrete Entlastung für die Bevölkerung”, fuhr Alfreider fort. Die Freigabe der Umfahrung für den Verkehr erfolge am Dienstag.

„Mit der Eröffnung der Umfahrung Kastelbell-Galsaun beginnt für unsere Gemeinde eine neue Ära. Durch die Verkehrsentlastung gewinnen unsere Bürgerinnen und Bürger, Familien, Kinder und ältere Menschen ein Stück Ruhe, Sicherheit und Freiräume zurück“, zeigte sich Gustav Tappeiner, der Bürgermeister der Gemeinde Kastelbell-Tschars, zufrieden. Die Umfahrung erhöhe die Lebensqualität in den Orten, stärke den Wirtschaftsstandort, erleichtere den täglichen innerörtlichen Verkehr und mache die Gemeinde besser erreichbar, ergänzte Tappeiner.

Technische Merkmale des Bauwerks
Die neue Infrastruktur hat eine Gesamtlänge von 3,36 Kilometern und umfasst einen Tunnel mit einer Länge von 2498 Metern. Nach dem Leiferer Tunnel ist dies der zweitlängste Tunnel des Straßennetzes in Südtirol.
Das Projekt umfasst außerdem vier Fluchtstollen, vier Pannenbuchten sowie zwei neue Anschlüsse an die bestehende Staatsstraße. Der östliche Anschluss ist als Kreisverkehr im Gewerbegebiet von Galsaun ausgeführt, während der westliche Anschluss als T-Kreuzung rund 450 Meter westlich von Schloss Kastelbell realisiert wurde.
„Das Ziel war klar: den Verkehr aus den Dörfern herauszunehmen und die Lebensqualität zu verbessern, ohne den Blick für das Gebiet zu verlieren“, betonte Alfreider. „Die Trasse wurde so gewählt, dass die Auswirkungen auf Landschaft und Kulturen möglichst gering bleiben. Eine Infrastruktur dieser Größenordnung muss gut funktionieren, sich aber auch verantwortungsvoll in ihr Umfeld einfügen.“
Große Aufmerksamkeit sei der Sicherheit gewidmet worden, wie das Ressort für Infrastruktur und Mobilität hervorhebt. Die Fluchtstollen, ursprünglich für die Evakuierung vorgesehen, seien so angepasst worden, dass sie auch von kleinen Einsatzfahrzeugen befahren werden können. Der Tunnel ist mit einem modernen Lüftungssystem ausgestattet und im Bereich der Tunnelportale wurden zudem Schutzmaßnahmen gegen geologische Risiken umgesetzt.
Die Gesamtkosten der Umfahrung belaufen sich auf 130,8 Millionen Euro.







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