Von: mk
Bozen – Derzeit entsteht im Industriegebiet von Bozen ein modernes Wartungs- und Instandhaltungszentrum für den Südtiroler Bahnverkehr. Die Kosten für das Projekt belaufen sich mittlerweile auf 59,9 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie die ursprünglich im Jahr 2019 veranschlagten 28 Millionen Euro. Der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher hat deshalb im Rahmen der laufenden Landtagssitzungswoche mit einer Anfrage nach den Gründen für diese massive Kostensteigerung gefragt.
Grundsätzlich bewertet Locher die Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr positiv. Die Kostenentwicklung der neuen Zugwerkstatt ist laut Locher jedoch bedenklich: „In den vergangenen Jahren wurden bereits über 23 Millionen Euro zweckgebunden. Die ursprünglich geplanten Kosten haben sich nun mehr als verdoppelt, und mit dem jüngsten Regierungsbeschluss wurde die Finanzierung des verbleibenden Fehlbetrags sichergestellt.“
Die neue Werkstatt ist ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Mobilitätsstrategie des Landes. Momentan befinden sich bereits 24 Züge im Eigentum der STA, weitere 22 sollen bis Ende 2026 hinzukommen. Sechs davon werden der ÖBB zur Verfügung gestellt. Dank der zentralen Lage und des direkten Anschlusses an die Brennerbahnlinie sollen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten künftig effizienter durchgeführt und externe Abhängigkeiten reduziert werden. Die Anlage wird technisch auf dem neuesten Stand errichtet und speziell auf die Wartung der neuen Elektrozüge ausgelegt, die zur Verbesserung des Bahnverkehrs in Südtirol angeschafft wurden. Künftig sollen dort sowohl laufende Wartungsarbeiten als auch größere Reparaturen durchgeführt werden können. Damit sollen Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Zugflotte deutlich erhöht werden.
Derzeit laufen die Aushubarbeiten sowie die vorbereitenden Baumaßnahmen. In dieser Phase werden die Fundamente errichtet und die Voraussetzungen für die späteren Betriebsgebäude, Servicegleise und technischen Einrichtungen geschaffen. Ziel ist eine leistungsfähige Infrastruktur für den zukünftigen Bahnbetrieb in Südtirol. „Alles gut und recht, aber diese Kostensteigerung innerhalb weniger Jahre lässt sich nur schwer rechtfertigen“, betont Locher.
Positiv bewertet der Abgeordnete die Möglichkeit, Wartungsarbeiten künftig vor Ort durchführen zu können. Gleichzeitig weist er aber darauf hin, dass sich der Standort in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten befinde. Deshalb müsse bei den Bauarbeiten und beim späteren Betrieb besonderes Augenmerk auf die Anliegen der Anrainer gelegt werden. „Seit 2019 wurde das Projekt zweifelsohne weiterentwickelt, und möglicherweise waren zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Dennoch muss eine Verdoppelung der Kosten innerhalb von weniger als zehn Jahren zu denken geben“, so Locher.




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