Von: APA/dpa
Irans neuer Religionsführer und Staatsoberhaupt Mojtaba Khamenei hat in einer ersten Stellungnahme Rache für die Kriegsopfer gefordert. Der 56-jährige Kleriker betonte die Notwendigkeit von Vergeltung, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen, wie es in einer Erklärung des Geistlichen hieß, die im Staatsfernsehen verlesen wurde. Er kündigt weiter an, dass die Schließung der Straße von Hormuz als Druckmittel gegen den Feind fortgesetzt werde.
Außerdem müssten alle US-Militärstützpunkte in der Region geschlossen werden, fordert Khamenei. “Wir glauben an die Freundschaft mit unseren Nachbarn und greifen nur die Stützpunkte an”, erklärt er. “Und wir werden dies unweigerlich fortsetzen.”
Khamenei rief die Bevölkerung zur Einheit auf. Die Menschen sollten an den Feiern zum Al-Quds-Tag teilnehmen, hieß es. Am Al-Quds-Tag, der 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini eingeführt wurde, gibt es im Iran üblicherweise staatlich organisierte Massendemonstrationen, bei denen zur Vernichtung Israels und zur Rückeroberung Jerusalems aufgefordert wird. Er findet am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan statt. Al Quds ist der arabische Name für Jerusalem.
Die für die Schifffahrt wichtige Meerenge bei Hormuz wird den iranischen Revolutionsgarden zufolge geschlossen gehalten. “Wir werden dem Aggressor-Feind die schwersten Schläge zufügen, indem wir die Strategie der Schließung der Straße von Hormuz beibehalten”, erklärte der Kommandant der Marineeinheit der Revolutionsgarde auf der Online-Plattform X nach Khameneis Stellungnahme.
Irans Vizeaußenminister weist Vorwurf der Verminung zurück
Nach den Worten des iranischen Vizeaußenministers Majid Takht-Ravanchi hat der Iran die Straße von Hormuz nicht vermint. Auf die Frage, ob von Seiten der Islamischen Republik in der Meerenge Minen gelegt würden, sagte Takht-Ravanchi AFP in Teheran: “Überhaupt nicht. Das stimmt nicht.” US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt, die Vereinigten Staaten hätten 28 iranische Minenleger-Schiffe angegriffen.
Mit Blick auf die Schifffahrt in der Straße von Hormuz sagte Takht-Ravanchi im AFP-Interview, der Iran habe Schiffe einiger Staaten die Meerenge passieren lassen. “Einige Länder haben bereits mit uns über die Durchfahrt durch die Meerenge gesprochen, und wir haben mit ihnen kooperiert”, sagte Takht-Ravanchi. Er fügte hinzu: “Wir sind der Ansicht, dass jene Länder, die sich an der Aggression beteiligt haben, nicht von einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormuz profitieren sollten.”
USA: Schiffs-Eskorte derzeit nicht möglich
Die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright aktuell noch nicht in der Lage, Tanker durch die Straße von Hormuz zu eskortieren. Die Marine werde das relativ bald tun können, gerade sei das aber noch nicht möglich, sagte Wright dem Sender CNBC. “Wir sind einfach noch nicht bereit.” Alle militärischen Ressourcen der USA seien aktuell darauf ausgerichtet, die offensiven Fähigkeiten des Irans zu zerstören. Er halte es für wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe durch die Meerenge eskortieren könne, sagte Wright.
Mittlerweile hat das US-Militär eigenen Angaben zufolge rund 6.000 Ziele angegriffen. Auch mehr als 90 Schiffe seien beschädigt oder zerstört worden, darunter mehr als 30 Minenleger, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (CENTCOM) auf X mit.
US-Präsident Trump hatte am Mittwoch erneut nahegelegt, dass der Krieg schon “bald” enden könne. Es gebe “praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte”, zitierte ihn das US-Nachrichtenportal “Axios” nach einem Telefoninterview. Der israelische Armeesprecher Effie Defrin erklärte dagegen, dass Israels Militär noch eine umfangreiche Liste an Zielen habe.




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