Von: ka
Bozen – Anlässlich der diesjährigen Vollversammlung des Fischereiverbandes Südtirol (FVS), die im Gustelier in Bozen stattfand, kamen zahlreiche Verbandsmitglieder sowie Vertreter aus Politik und Behörden zusammen, um aktuelle Entwicklungen und zentrale Zukunftsthemen der Fischerei im Land zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die neue App „Südtirol Fishing“, mit der Fischwasserkarten ausgestellt und verwaltet werden können, sowie die neuen Bestimmungen zum Kormoranmanagement.
FVS-Präsident Markus Heiss eröffnete die Veranstaltung und ging nach der Begrüßung der anwesenden Fischerinnen und Fischer sowie der Gäste zum Jahresbericht über.

Ein zentraler Punkt der Vollversammlung war das angepasste Kormoranmanagement. Dank der sehr guten Datenerhebung durch das Amt für Wildtiermanagement ist es erstmals möglich, dass in Südtirol – als einzige Verwaltung in Italien – zwischen dem 1. August und dem 31. März bis zu 200 Kormorane entnommen werden können. „Dies ist notwendig, da diese Art nachweislich die Fischbestände und insbesondere die Marmorierte Forelle sowie die Adriatische Äsche schädigt“, betont Heiss.
Der FVS ist bestrebt, die bestehenden Maßnahmen im Management von Fischprädatoren kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Wir wissen, dass auch andere Faktoren wie die Wasserkraftnutzung und der Klimawandel unseren Fischbeständen zusetzen“, so der Präsident weiter. „Auch bei diesen Themen bemüht sich der FVS, konstruktiv und zielorientiert die Weichen für die Zukunft zu stellen.“

FVS-Geschäftsführer Alex Festi berichtete anschließend über die ersten Monate der Inbetriebnahme von „Südtirol Fishing“, der neuen App zur Erstellung und Verwaltung digitaler Fischwasserkarten. Nach einigen arbeitsintensiven Monaten, in denen das FVS-Team die Fischwasserbewirtschafter tatkräftig unterstützt hat, ist der digitale Saisonstart besser als erwartet verlaufen.
Aktuell sind rund 3.000 Südtiroler Fischerinnen und Fischer in der App registriert. Hinzu kommen etwa 300 Nutzer aus dem Ausland sowie rund 500 aus anderen Regionen und Provinzen Italiens. Seit Saisonbeginn wurden bereits über 5.000 Fischgänge verzeichnet. An den Wochenenden sind dabei etwa dreimal so viele Fischer am Wasser wie unter der Woche.
„Die Südtiroler Fischerei hat die digitale Innovation mehrheitlich angenommen, und viele Skeptiker sind inzwischen von der Qualität und dem Nutzen der App überzeugt“, so Festi, der auch die Zusammenarbeit mit den Behörden hervorhob und weitere Funktionen der App in Aussicht stellte.

Neben diesen Schwerpunkten wurde über die vielfältigen Tätigkeiten des Verbands im vergangenen Jahr berichtet. Dabei wurde insbesondere das Engagement der ehrenamtlichen Fischerinnen und Fischer hervorgehoben: „Unsere Mitglieder leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der Gewässer und der Biodiversität. Ob durch Pflegearbeiten, Naturschutz oder Säuberungsaktionen – ihr Einsatz ist von großem Wert für die Allgemeinheit.“
Der zuständige Ressortdirektor Ullrich Höllrigl überbrachte die Grußworte des Landesrates für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus, Luis Walcher, und lobte die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Fischereiverband und Behörde. Zudem kündigte er an, dass Anfang Oktober in Bozen eine Fachtagung zur Marmorierten Forelle stattfinden wird.
Abteilungsdirektor Günther Unterthiner stellte die baldige Verabschiedung der Durchführungsverordnung in Aussicht und skizzierte in groben Zügen die wesentlichen Neuerungen, die sich daraus für die Südtiroler Fischerei ergeben.
Die rund 120 Teilnehmer zeigten sich zudem vom Kurzfilm über die Leerung des Zoggler Stausees im Vorjahr beeindruckt. Im Anschluss stellte Alperia-Direktor Dieter Theiner den Zehnjahresplan zur Instandhaltung und Kontrolle der Südtiroler Stauseen vor. Auch bei diesen außerordentlichen Maßnahmen soll versucht werden die Auswirkungen auf die Fischfauna zu minimieren.
Die Vollversammlung bot erneut eine wichtige Plattform für Austausch und Zusammenarbeit zwischen Fischereiverband, Politik und Behörden. Die rege Teilnahme und die konstruktiven Diskussionen unterstrichen die gemeinsame Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung der Fischerei in Südtirol.






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